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Das Geschenk, dass ich nie haben wollte

Geschrieben von LifeLine | Veröffentlicht am 01.01.2019 | AP BM | 5 1436


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Da war Ich nun. Alleine in meinem Haus. Naja, eigentlich war es mehr das Haus meiner Eltern. Vater war damals zu einem Firmenessen eingeladen worden und Mutter muss arbeiten. Diese Information wurde den beiden jedoch spät mitgeteilt, weshalb wir nicht das machen konnten, worauf ich mich so sehr gefreut hatte. Der Plan für uns alle war, dass wir den einen Film ansehen wollten, welchen ich vor einer gefühlten Ewigkeit zu meinem Geburtstag bekommen hatte. Zusätzlich war eines der Geschenke, welche ich mir nicht mal auf der Wunschliste geschrieben habe. Ich kann mich noch daran erinnern, als mein Vater mir erzählte, wie gut dieser Film sei und er ihn sich unbedingt mit meiner Mutter und mir anschauen wollte, was aber, wie gesagt nicht mehr ging. Ansehen wollte Ich ihn aber trotzdem nicht, da dieser meinen Eltern nicht vorenthalten sein sollte. Die Schule war für diese Woche erst einmal beendet. Heißt: Es ging auf das Wochenende zu. Anstatt jedoch lange aufzubleiden, wie es immer der Fall war, entschied ich mich an jenem Tag früh ins Bett zu gehen, da die Müdigkeit erstaunlicher Weise schon etwas hoch war.

Vorher entschied ich mich noch ins Badezimmer zu gehen, um mich hundertprozentig auf das Schlafengehen vorzubereiten. Das Badezimmer sah auf den ersten Blick aus, als befände man sich in einem zweiten Flur, da dieser langgezogen wirkte und bis zu einem Fenster am Ende des Raumes reichte. Zusätzlich waren in diesem Zimmer eine Badewanne und eine Dusche, von denen ich letztere bereits vor zwei Stunden genutzt hatte. Wichtig war nur, das ich mir die Zähne putzen wollte. Ich kam mit meinen kleinen, zierlichen Armen (wie immer) noch gerade so an meine Zahnbürste und meine dazu gehörige Zahnpasta, putzte die Beißerchen nach der Reihenfolge Kaufläche, Außenfläche, Innenfläche und spuckte den Schaum aus meinem Mund aus. Gerade als ich das Badezimmer verlassen wollte, betrachtete ich mich selbst im Ganzkörperspiegel. Ich sah in die Augen eines achtjährigen Mädchens mit einem großen Mut und einem starken Selbstbewusstsein. Ihre Haare gingen bis zu den Schultern, das Gesicht strahlte eine angenehme Aura aus und der obere Teil des Schlafanzugs war ein pinkes, glitzernes Hemd mit einem Einhornmotiv drauf und der untere Bereich bestand aus meiner dazugehörigen Hose - ebenfalls in einem pinken Farbton, aber ohne Muster. Also nicht nur das, was ich jede Nacht zum schlafengehen benutze, sondern auch - so dachte ich zumindest - mir gut steht und zu meiner Persönlichkeit passte.

Nach meiner Selbstbetrachtung ging ich zurück in den Flur und bog nach rechts ab auf meine Zimmertür zu. Aus dem Blickwinkel der geöffneten Tür befand sich vorne in der linken Ecke mein Bett, rechts dovon mein Kleiderschrank und hinten in der linken Ecke ein Schreibtisch, welcher sowohl auf der Oberfläche, als auch in den Regalen von diesem aufgeräumt war. Ersteres hatte für mich die absolute Priorität, weshalb ich fast schon von selbst darauf zusteuerte, mich hineinlegte, die Decke bis an meinen Kopf hochzog und mein Kuscheltier - ein Schaf, um genau zu sein - umarmte. Und nach kurzer Zeit schlief ich ein in meinem Bett ein ohne Widerstand. Das war um ungefähr 21 Uhr.

Doch irgendwann in der Nacht wurde ich aus meinem Tiefschlaf gerissen. Als ob ich das Gefühl hätte keine Luft mehr zu bekommen. Und dann, dieses Geräusch, welches von der linken Seite meines Körpers aus kam. Mein Kopf blickte sich in dessen Richtung und erkannte einen weit nach oben reichenden Riss an meinem Shirt. Das einzige, welches in diesem Moment durch meinen Kopf schoss war, dass ich so schnell wie möglich mein Oberteil ausziehen musste. Doch ich konnte es nicht. Das Stück war zu sehr an meinem Körper gedrückt. Also griff ich mit beiden Händen auf den beiden Seiten des Risses und zog sie auseinander. Nachdem dies geschehen war, fühlte sich mein Körper frei an und konnte wieder anständig atmen. Dann spürte ich das nächste seltsame Gefühl. Als ob ich mich übergeben musste, nur mit dem Unterschied, dass die Schmerzen nicht in meinem Magen, sondern in meinem Mund kamen. Trotzdem rannte ich so schnell es ging ins Badezimmer und verbrachte mehrere Minuten über dem Waschbecken, in der Hoffnung, dass diese Schmerzen aufhören würden. Und dann, nach einer für mein Gefühl viel zu langen Zeit spuckte ich endlich. Jedoch nicht, wie ich erhofft hatte die Essensreste vom letzten Abend, sondern Blut und alle meine Schneidezähne und vorderen Backenzähne aus.

Wie gelähmt wich ich vom Waschbecken zurück und lehnte mich mit meinem Rücken gegen den Rand der Badewanne an mit einer Angst, die ich noch nie zuvor verspürte. Damit mein gesunder Menschenverstand, wenn man es überhaupt noch als "gesund" bezeichnen konnte, realisierte, dass das, was ich gesehen hatte, als real empfand, fasste ich mit dem Zeige- und Mittelfinger der linken Hand in meinen Mund und anstatt des erwarteten Widerstands der vorderen Zahnbarriere, befand sich dort eine große Lücke. Und als ich anschließend mein Zahnfleisch berührte, konnte ich nicht nur spüren, wie unvorstellbar weich dieses war, sondern konnte auch die warme, rote Flüssigkeit an den Kuppen ertasten.

Auf einmal hörte ich ein weiteres Geräusch, welches genau dasselbe war, als ich mein Schlafanzughemd in zwei Teile zerrissen hatte. Nur kam dieses nicht aus der Richtung meines Oberteils, sondern unterhalb meiner Taille. Mein Kopf blickte sich also in dessen Richtung, um herauszufinden, dass auf der diesmal rechten Seite meiner Hose die Naht fast vollständig aufgerissen war. Und auch wie bei meinem Hemd packte ich mit beiden Händen in die Öffnung, um mich selbst von meinem mittlerweile engen Unterteil zu befreien. Nachdem auch dies geschehen war, bemerkte ich zusätzlich, dass die Unterhose ebenfalls an den äußeren Teilen aufgerissen war. Im Umkehrschluss hieß es nun, dass ich mich spliterfasernackt auf dem Boden befand. Und als ich dachte, dass das alles nur ein Traum wäre und das Leiden demnächst aufhören würde, so fingen die Schmerzen gerade erst an.

Sowohl meine Haut, als auch alles, was sich unter dieser befand fühlten sich so an, als ob sie in Flammen standen. Diese Qualen waren so unerträglich, dass ich alles getan hätte, um sie ein für alle mal verschwinden zu lassen. Noch dazu trat aus dem Körper gefühlt so viel Schweiß aus, wie ich es in allen sportlichen Aktivitäten zusammen noch nie erreicht hatte. Mittlerweile auf dem Boden liegend, umklammerte ich mich selbst mit beiden Armen, ebenfalls in der Hoffnung, die Schmerzen wenigstens etwas einzudämmen. Doch während ich das tat, fuhr die rechte Hand über meinen Venushügel - einen Begriff, den ich zur damaligen Zeit selbstverständlich nicht kannte - und spürte etwas, was sich noch nie zuvor dort unten befand. Als ob mir dort unten kurze Dornen von einem Kaktus wuchsen, da diese sich in gewisser Weise spitz, aber auch komisch biegsam anfühlten. Schon bald wurden diese jedoch länger und der Tastsinn meiner Fingerspitzen signalisierte dem Gehirn, dass es sich um einen Büschel extravaganter und sehr dünner Wolle handeln könnte.

Zeitgleich hatte die linke Hand eine andere Entdeckung gemacht. Denn der Brustbereich, welcher zuvor immer plattgedrückt war, hatte nun zwei nach oben reichende Wölbungen. Auch hier waren die Schmerzen sehr groß, da die Brüste mit jeder Sekunde an zusätzlichen Volumen bekamen. Außerdem sah ich durch den Blick nach unten, dass meine Warzenhöfe nicht nur mehr Fläche einnahmen, sondern auch die Brustwarzen weiter nach außen reichten und empfindlicher wurden. So konnte ich unter anderem die Kälte im Badezimmer spüren, die möglicherweise dadurch entstand, dass das Fenster über mehrere Stunden geöffnet und die Luft von draußen nach innen geflogen war.

Dann jedoch entfesselte ich den lautesten Schmerzensschrei meines bis zu diesem Zeitpunkt verlaufenden Lebens. Obwohl der Körper immer noch so sehr brannte, als ob ich mich in Lava befand, gab es plötzlich nur noch einen Bereich, der stärker in Flammen stand als jeder Andere. Deswegen bewegte ich meine beiden Hände zu meinen Schritt und presste so fesst es ging auf ihn, da mein Aberglaube über das lindern der Schmerzen immer noch anhielt. Entlang des Schlitzes entstanden binnen Sekunden ebenfalls wie auf der Brust zwei Wölbungen, welche jedoch länger, dünner und dazu noch weicher waren. Der zweite Schmerz in diesem Abschnitt befand sich in mir drin; genau gesagt dort, wo sich die Blase befand - ein Wort, dass ich einst von meiner Mutter erklärt bekommen habe. Die Qual war in etwas so, als würde man einen Luftballon tief im Schlitz aufblasen, der keinen Wiederstand hätte und nicht platzen kann. Und mit jeder weiteren Minute die verging, dachte ich, dass mein Hohlorgan demnächst aufreißen würde, da dieses Ziel immer näher und näher zu kommen schien.

Gleich im Anschluss musste ich erneut spucken. Diesmal waren es die restlich Zähne, also die Eck- und vier hinteren Backenzähne. Erst ab diesem Zeitpunkt hatte ich bemerkt, dass die Beißerchen, die ich zuvor ausgespuckt hatte sich nicht nur wiederhergestellt, sondern sich auch ab den Eckzähnen neue gebildet haben. Gerade als ich mit der diesmal rechten Hand trotz der körperlich hohen Schmerzen den vorher nicht mehr vorhandenen Widerstand ertasten wollte, sah ich auf dieser mehr Blut, als auf der Anderen, weshalb ich mich noch rechtzeitig entschied, diesen Gedanken, welcher noch gerade so von mir verfasst werden konnte, liegen zu lassen.

Danach lag ich noch eine lange Zeit angekauert auf dem Fliesen, hatte mich kaum bewegt und die Augen aus Angst nicht mehr aufgemacht. Und dann, als das alles wirklich aufgehört hatte, bin ich eingeschlafen.

Nach dem Tiefschlaf öffnete ich die Augen und sah zuerst auf den Boden und anschließend meine rechte Hand. Meine Hand schien größer geworden zu sein. Ich erschrak mich zwar leicht, aber das war bereits ausreichend, dass ich auf die linke Seite fiel. Mit großem Tempo prallte die linke Schulter gegen den Rand der Badewanne und vor lauter Schmerz - Das bezeichne ich mal als "Ironie des Schicksals" - fuhr ich in meine Ausgangsposition zurück. Die rechte Hand wanderte zu meiner "verwundeten" Schulter, spürte auf dieser jedoch eine kristalähnliche Schicht. Also drückte ich fester auf die Haut, eigentlich um herauszufinden, worum es sich hierbei handelt, als ich auch etwas von meiner Handfläche abzog und ein großer Teil davon an der Schulter hängen blieb. Nichtsdestotrotz hielt ich die Hand vor meinem Gesicht und könnte erkennen, dass es sich bei der von meiner Hand abgezogenen Schicht um getrocknetes Blut handelte. Um bei der anderen Substanz besser herauszufinden, worum es sich hier handeln konnte, leckte ich vorsichtig mit der Zungenspitze die Handinnenläche. Ein salziger Geschmack, also auch der, welcher sich in Schweiß gefindet. Anschließend schluckte ich diesen hinunter - eine merkwürdige Angewohnheit, die ich auch beim Sport machte.

Anschließend drehte ich mich auf die rechte Seite und setzte meine Hände in eine Position, die ebenfalls bei Liegestützen angewendet werden. Ich zog die Arme hoch, jedoch fielen meine Haare durch mein Blickfeld. Einige von ihnen berührten sogar den Boden, was eigentlich nicht sein konnte. Das rechte Bein machte einen Knick nach vorne, der jeweilige Fuß berührte anschließend wieder den Boden, der Oberkörper ging in eine möglichst senkrechte Haltung und richtete mich anschließend mit meinen Beinen wieder auf. Und da stand ich nun. Erstaunlich, dass das alles überhaupt funktioniert hatte. Denn vor meinem zweiten Einschlafen konnte und wollte ich mich nicht ansatzweise bewegen.

Mein Blick ist nun auf den Ganzkörperspiegel fokusiert. Was ich da sah, hatte mich unter Schock gesetzt und ich wäre beinahe nach hinten umgefallen. Im sah ich ein etwa siebzehnjähriges Mädchen, welches von oben bis unten den gesamten Spiegel einnahm. Um festzustellen, dass es nicht um eine fremde Person handelte, hob ich beide Arme in die Höhe, was das Gegenüber ohne Reaktionszeit sofort nachahmte. Es bestand für mich kein Zweifel mehr: Es musste ich selbst sein! Währenddessen betrachtete ich mein neues, äußeres ich. Meine Beine sind wesentlich länger geworden, als ich mich zuletzt betrachtet hatte - So viel stand für mich fest. Den Schlitz, welchen ich immer sehen konnte, wenn ich mich nach dem Duschen oder manchmal auch Baden im Spiegel betrachtete, war nun von einer weitläufigen, schwarzen mit einigen roten Blutflecken bedeckten Schicht, wovon ich mir ab dann sicher war, dass es sich um Haare handeln musste. Mein Bauchbereich hatte sich im Vergleich zu vorher nicht viel verändert. Dieser ist immer noch Flach, auch wenn er etwas so aussieht, als hätte man ähnlich wie bei einem Kaugummi diesen langgezogen. Die beiden mit etwas Blut verschmierten Kugeln in meinem Brustbereich waren für mich die größte Neuerung. Denn ich konnte sie nicht nur mit meinen Händen förmlich umgreifen, sondern die Brustwarzen standen zusätzlich nach außen etwas hervor und reagierten anscheinend empfindlich auf die kalte Luft in diesem Raum. Wie bei den Beinen, so waren auch die Arme wesentlich länger geworden. An der linken Hand war immer noch etwas Blut an den Figerkuppen und an meiner rechten war eine Kombination aus Blut und Schweißkristallen zu sehen. Das Gesicht war für mich mit Abstand die größte Überraschung. Natürlich sind enige Merkmale aus meinem vorherigen Gesicht erhalten geblieben, wie etwa die Augenfarbe oder der haarlose Strich, der am äußeren Ende der linken Augenbraue befindet, aber im Grunde ist es so, als würde man in ein nicht familiäres Gesicht blicken, obwohl dieses paradoxer Weise familiär war. Auch meine Haare sind um ein vielfaches gewachsen. Diese gingen mir bis über die Taille und das Gewicht dieser spürte ich deutlich an meinem Kopf. Darüber hinaus hatten viele Teile meines Körpers ebenfalls Haare bekommen. Was komisch ist, da mein Vater Körperbehaarung hat, aber nicht meine Mutter.

Ich ließ meine Arme sinken, konnte aber nicht aufhören mich selbst zu betrachten. Eine Fassungslosigkeit bereitete sich in mir aus. Warum gerade mich? Und wie ist das Möglich?! Ich wusch gerade meine Hände von meinen aus meinem Körper stammenden Flüssigkeiten, als plötzlich die Haustür geöffnet wurde. Verdammt, Vater ist schon von seinem Firmenessen zurückgekehrt! Wo sollte ich mich vor ihm verstecken? Oder sollte ich mich überhaupt vor ihm verstecken?


Nachfolger

Das Ich, das ich wieder bekam


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