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Die Natur wird sich rächen

Geschrieben von LifeLine--> | Veröffentlicht am 28.08.2019 | Animal Mythical Hybrid Other | 2 506


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Kleine Warnung zum Beginn. Diese Geschichte ist die vermutlich längste, die jemals auf dieser Plattform veröffentlicht wurde. Deswegen möchte ich sie darauf hinweisen, dass sie sich etwas Zeit nehmen sollen, um diese zu verstehen. Sollten sie Fragen an mich haben, schreiben sie sie bitte in den Kommentarbereich. Viel Spaß beim lesen.


Ich liebte die Natur. Schon mein ganzes Leben lang. Auch zu jener Zeit, in der noch nicht einmal denken, geschweige denn laufen konnte. Und trotzdem empfand ich für die Schönheit der Natur eine gewisse Euphorie. Dabei war es mir völlig gleich, ob ich mit dem Kinderwagen durch einen Wald oder Stadtpark gefahren wurde. Hauptsache die Natur selbst umgab mich.

Als ich das laufen lernte, war einer meiner ersten Wünsche - welchen ich ohne ein einziges Wort erdacht habe -, die Natur selbst und eigenständig erkunden. Da ich jedoch zur Zeit noch sehr jung war, waren meine Eltern immer bei mir und hatten mich in gewisser Weise sogar dovon abgehalten, weiter zu gehen, als es für sie vorgedacht war. Der erste Schritt in die Unabhängigkeit war damit aber trotzdem getan.

Ein Jahr, bevor ich in den Kindergarten "eingeschult" wurde, hatte mein Vater mir so oft er konnte Geschichten vor dem einschlafen vorgelesen. Am Anfang waren es noch traditionelle Kindergeschichten, über Ritter, die unsterblich verliebt in eine Prinzessin sind, welche jedoch von einem Drachen entführt wird und der Protagonist alles daran setzt, um sie zu retten. Mal war der Weg zu ihr kürzer und überschaubarer, dafür das Buch aber auch schnell beendet oder die Reise war komplexer und umfangreicher, wenn auch die Geschichte lange brauchte, um durchgelesen zu werden. Und wie jedes andere Kind auch, lauschte ich gespannt den Erzählungen, die mein Vater aus dem Gekritzel aus Punkten und Strichen, welche sich auf dem Papier befanden, herauslas. Doch nach vier Monaten merkte ich, dass ich ungefähr wusste, wie die Geschichten aufgebaut und strukturiert waren und langweilte mich des Todes, wenn mein Vater mir vorlas. Also sagte ich ihm eines Tages, dass die Geschichten miitlerweile sehr identisch und zu einem gewissen Grad auch sehr abgestumpft waren. Daraufhin sagte er zu mir, dass er sich auf die Suche nach anspruchsvoller Lektüre machen würde, wenn ich im Gegenzug in Kauf nehmen würde, dass eventueller Weise weniger vorgelesen wird. Das es für ihn jedoch schwieriger wurde, solche Literatur zu finden, in Kombination, dass er aufgrund seiner Arbeit wenig Zeit hatte, sagte er mir zu dem Zeitpunkt natürlich noch nicht. Aber er gab sich beste Mühe; zwar mit langsamen, aber besser werdendem Erfolg. Deswegen las er mir nach einem Monat Lesepause das erste größere und anspruchsvollere Buch: "Die Märchen der Gebrüder Grimm". Die Geschichten über Schneewittchen, Rotkäppchen oder auch - der unspektakulärsten Geschichte, wie ich fand - Dornröschen. Zwar merkte ich auch hier, dass gewisse Elemente, die ich aus den anderen Büchern herausgehört habe auch hier mit verwendet wurden, trotzdem war es jedoch eine deutliche Verbesserung gegenüber der durchschnittlichen Kost.

Als ich anschließend im Alter von vier Jahren in den Kindergarten "eingeschult" wurde, wusste ich noch nicht, wie ich mit den ganzen Kindern umzugehen habe - ein Problem, dass jedes Kind hat, wenn es in eine für ihn fremde und neue Umgebung geworfen wird. Auch wenn ich mich innerhalb weniger Wochen an die Kinder gewöhnt hatte und half und mitspielte, wo ich nur konnte und sollte, so war ich da schon ein sehr distanzierter und schüchterner Mensch gewesen, der nur sprach, wenn die Situation es für nötig hielt und in den Pausen nie in der Nähe der tobenden und spaßhabenden Kinder war. Stattdessen befand ich mich immer etwas abseits von ihnen entfernt im Gebüsch liegend oder an einem Baum anlehnend und in der Freizeit schaute ich immer aus dem Fenster in die Natur hinaus oder las Bücher über diese; ganz gleich, ob Bilderbuch oder Lektüre mit Wörtern, wobei mir jedoch bei letzteren immer vorgelesen werden musste. Zwar wollten die Betreuten mir weiß machen, dass man mehr erleben konnte, wenn man sich mit den Kindern anfreundete und gemeinsam zusammen hielt - die leicht versteckte Botschaft hinter dieser Aussage lautete, dass ich nur funktioniere, wenn ich mich in die Gesellschaft integrierte, egal ob es mir gefiel oder nicht -, aber obwohl ich ihnen so gut wie möglich erklärt habe, dass ich mich unwohl fühlte in der Nähe dieser Kinder, versuchten sie nicht nur immer wieder aufs neue mir ihre Meinung in den Kopf einzutrichtern, sondern gaben auch meinen Eltern bescheid, was somit zu mehreren Diskusionen und Konfrontationen beider Seiten führte. Bis zum Ende des Kindergartens blieb ich genau so, wie ich hier angekommen war. Mir selbst hatte dies jedoch nicht geschadet.

Die zweite, fremde Umgebung, in die ich hineingesteckt wurde, war im Alter von sechs Jahren. In den Kindergarten ging ich ab sofort nicht mehr, sondern in die Schule. Jedoch benötigte ich auch hier lange Zeit, um mich anzupassen. Um genau zu sein hatte dies fast ein ganzes Quartal in Anspruch genommen. Als diese Zeit allerdings vorbei war, bemerkte ich, wie viel Spaß es mir eigentlich machte, in die Schule zu gehen, dort Aufgaben gestellt zu bekommen und diese zu lösen und Hausaufgaben zu bekommen, die Zuhause zu bearbeiten und fast immer am nächsten Tag oder in den darauffolgenden Tagen abzugeben. Aufgrund meiner Motivation war ich bei den Lehrern zwar "hoch angesehen", aber bei den Schülern einer der Verhasstesten, weswegen Sie in den Pausen immer einen großen Abstand um mich herum gemacht hatten. Aber wenn eine Unterrichtseinheit sowieso beendet war, habe ich mich nie für die tobende Menge gekümmert, sondern war die meiste Zeit etwas abseits vom Pausenhof entfernt und starrte entweder in den Wald oder auf dem davor liegenden, naturellen Boden und betrachtete diese unbeschreibbare Schönheit. Apropos unbeschreibbar: Wie jeder Andere auch, so lernte auch ich das Lesen und Schreiben in der Schule. Und nach einem halben Jahr, als ich beide Fähigkeiten einigermaßen gut gelernt habe und beherrschen konnte, fragte ich meine beiden Eltern, ob sie mir Bücher kaufen könnten, welche sich rund um die Natur drehten. Ich wollte immer noch mehr über dieses mir unbekannte Phänomen herausfinden. Damit wurde ein weiterer Schritt in meine eigene Unabhängigkeit gelegt. Auch hier benötigte ich gelegentlich bis teils komplett die Hilfe meines Vaters oder meiner Mutter, um gewisse Information besser verstehen zu können.

Das vierte Schuljahr war in meinem Leben eines der interessantesten und das aus drei Gründen: Erstens wurde ich zum ersten Mal als Klassenbester gekührt, zweitens hatte ich zum damaligen Zeitpunkt so viele Kentnisse über die Natur gesammelt, dass ich nicht nur besser informierter war als jeder andere Schüler über die Thematik, sondern auch dem Schulfach Biologie um ganze vier Jahre zuvorgekommen war und drittens musste meine Mutter erneut eine Zeit durchstehen, durch welche sie bereits vor fast zehn Jahren durchgegangen war. Dadurch waren mein Vater und Ich die gesamten Tage sehr angespannt und glücklich zugleich, denn es handelte sich um nichts geringeres, als um die Schwangerschaft meiner Mutter. Erstmals aufgefallen ist mir dies nach den Herbstferien. Jedoch habe ich zum Beginn innerlich behauptet, dass meine Mutter einfach nur mehr zucker- und fettreiche Produkte zu sich genommen hätte, bis ich eines Tages Ende November ungewollt auf ihren nackten Körper sah, als sie vergessen hatte, die Badezimmertür zu schließen und ich zufällig auf dem Flur war, wo ich in das Badezimmer sehen konnte und sie gleichzeitig die Tür von der Dusche öffnete. Das wirklich bizarre an dieser Situation war allerdings die Reaktion meiner Mutter. Anstatt, dass sie schnell zur Tür hingerannt wäre, um sie zu schließen und ihre Schamgefühle zu verbergen, sah sie zwar in meine Richtung, ging aber im normalen Tempo zur Tür und zog diese mit einer angemessenen Geschwindigkeit ins Schloss. Von da an wusste ich, dass sie nicht an Fettmasse dazugewonnen hatte. Wenn es dem nämlich so wäre, hätte ihr Bauch bei der Bewegung zur Badezimmertür immer ein Stück in die Richtung nachjustiert, wo das Bein ihr meistes Gewicht hielt. Oder anderes formuliert, der Bauch hätte eine sichbare Verzögerung in der Bewegung gegenüber der geraden Vorderseite des Körpers. Ihre nach vorne zeigende Runde Form unterhalb ihrer Brüste war jedoch straff und starr. Allerdings konnte ich mir damals noch nicht erklären, warum dies der Fall war. Aber darauf ansprechen wollte ich niemanden; weder meinen Vater, noch meine Mutter. Letztere wollte an diesem Abend sowieso nicht mehr mit mir reden, was die ganz Situation noch abstruser machte. Als ich am nächsten Wochenende meiner Mutter nachfragte, warum sie mich in den letzten Tagen, nachdem ich sie in der Dusche gesehen hatte, ignorierte, wollte sie erneut mit mir nicht darüber sprechen. Am darauffolgenden Abend jedoch kam sie in mein Zimmer und sagte, dass es ihr leid tat, dass sie mich in den letzten Tagen so behandelt hatte. Als ich anschließend fragte, warum ihr Bauch in den letzten Wochen immer größer wurde, teilte sie mir mit, dass sich in Ihr ihr zweites Kind entwickelte. Wenige Monate später, als mein Vater mich mit dem Auto von der Schule abholte und mir sagte, dass das Neugeborene von meiner Mutter in die Welt gesetzt wurde - Oder so ähnlich hat er es mir erzählt -, fuhren wir anschließend ins Krankenhaus. Dort sah ich hinter einem Glasfenster mehrere Betten, auf denen wiederum mehrere Neugeborene lagen. Mein Vater zeigte auf ein bestimmtes Bett und sagte, "Das ist sie". Als ich in diese Richtung blickte, sah ich meine Schwester, die allerdings noch tief und fest schlief. Auf einem am vorderen Teil des Bettes befestigten Klemmbrettes könnte ich ihren Namen lesen: Ellia.

In den nächsten zwei Schuljahren war nichts besonderes passiert. Klar, ein paar mehr gute Noten hier, ein paar Reisen mit meiner Familie dort und eine Weiterentwicklung der geistigen und körperlichen Fähigkeiten meiner Schwester - dabei war es für mich immer ein herrlicher Anblick, dass Sie dieselbe Entwicklung durchmachte, wie bei mir. Aber nichts besonderes, was irgendwie herausstach. Mit der Einführung in das siebte Schuljahr jedoch veränderte sich alles. Die Klassenkameraden, mit denen man seit Jahren durch diese (wie sie es beschreiben) "Hölle" durchgegangen sind, haben sich geistig so weit verändert, das sie mit ihrer urspünglichen Persönlichkeit nicht mehr viel zu tun hatten. Die Jungen interessierten sich für die Mädchen und die Mädchen interessierten sich auch für uns Jungs - auch wenn die Mädchen schon wesentlich früher in uns verschossen waren, wir allerdings noch eine nicht weit genug entwickelte Pubertät hatten, um dies zu verstehen. Schon bald darauf entstand unter beiden Geschlechtern ein Konkurenzkampf, wer den ersten Partner für sich beanspruchen wird. Und bereits nach nur drei Wochen hatte es ein "Paar" tatsächlich geschafft, sich zu einander zu finden. Diese Liebe - Mal ganz ehrlich: Kann man das noch Liebe nennen, wenn man sich in Konkurrenz befindet und es eigentlich so oder so nur um Anerkennung geht? - war aber nur von kurzer Dauer. Bereits nach nur zwei Wochen trennten sie sich gegenseitig. Trotzdem waren beide darauf für eine kurze Zeit unter ihren eigenen Geschlechtern hoch angesehen. Aber das waren nicht nur die einzigen Themen über die Gesprochen wurden. Die eigene Sexualität wurde von einigen hinterfragt und gerade der Sex wurde damals so "heiß" diskutiert wie ehe und je - Jedenfalls deutlich mehr als im Sexualkundeunterricht aus der vierten Klasse. Einige Wenige wollten diesen sogar unbedingt ausprobieren, auch wenn sie natürlich noch nicht wussten, was dies für Konsequenzen nach sich ziehen würde, was man dabei beachten sollte und vorallen Dingen, wie es "richtig" funktioniert. Auch das Gespräch über die Drogenkultur fand auf beiden Seiten ihren Anklang, auch wenn es damals mit Tabak und Alkohol noch recht überschaubar war. Und was hatte ich damit zu tun? Eigentlich nichts. Ich bekam diese ganze Szene zwar mit, sonst würde ich sie euch ja auch nicht erzählen, habe mich aber dafür nicht weiter interessiert. Meine Interessen waren weiterhin auf die Leistung in der Schule und der Biologie fokusiert. Somit durfte ich sogar mit Einverständniserklärung meiner Eltern den mitintegrierten Schulgarten jede Pause betreten und mich um Ihn kümmern. Ganz gleich, ob ich die Pflanzen goss, Dünger oder Samen im Boden verteilte, die Erde pflügte oder mein Gesamtwerk einfach nur betrachtete. Hauptsache ich konnte irgendwo hingehen, wo ich meine Ruhe haben konnte. Allerdings wurde ich von da an von meinen Klassenkameraden in eine noch extremere Richtung als Außenseiter eingestuft, was mich nicht gerade sehr beliebt unter ihnen gemacht hatte.

Mit der neunten Klasse wurde es erstmals richtig ernst. Denn nun stand zum ersten Mal eine Klassenarbeit bevor, die uns unter Beweis stellen sollte, ob wir diese Klasse überstehen werden oder nicht. Somit galt sie in den Augen vieler Klassenkameraden als Drohung. Mache fingen direkt an dafür zu lernen, so schnell es ging, einige machten es natürlicher Weise auch auf den letzten Drücker und dann gab es auch diejenigen, die sich nicht einmal dafür vorbereitet haben. Und ich gehörte zu letzterem. Aber nicht, weil ich mich dafür nicht interssierte, sondern weil ich wegen meines Engagements, den ich in den letzten Jahren für die Schule geleistet hatte, es nicht für nötig hielt, für etwas extra zu lernen, von dem ich das meiste Wissen eh schon wusste. "Und wie war die Arbeit nun für mich?", würden jetzt einige von euch fragen. Auf das Nötigste runtergebrochen: Ich habe sie bestanden. Aber das ist nicht der eigentliche Grund, weshalb ich euch über dieses Jahr erzähle. Denn alles begann am Anfang dieses Schuljahres, als drei neue Schüler unserer Klasse beigetreten sind; ihre Namen waren Jonas, Elias und als einziges Mädchen Mia. Obwohl sie so unterschiedlich waren, hatten alle drei erstaunlicher Weise eines gemeinsam; sie sind durchgefallen und mussten deswegen das Schuljahr wiederholen. Am ersten Tag gab es eine Vorstellungsrunde, bei dem sie auch mich kennen gelernt hatten. Viel mehr war es zum Beginn allerdings nicht. Erst als Anfang Oktober Elias auf mich zuging und fragte, ob ich nicht Nachhilfeunterricht für ihn geben könnte und dies anschließend mit einem Ja beantwortete, kamen wir uns erstmals richtig näher. Somit war er für mich mein allererster Freund. Seitdem trafen wir uns jedes Wochenende und ich half ihm nicht nur in den Fächern, wo er große Probleme hatte, sondern unterhielten uns auch über Filme, Serien, seltsame und zugleich wunderschöne Naturereignisse, Bücher, selten auch mal über Comics, Musik oder sogar Politik. Und der Grund, weshalb wir dies zusätzlich taten, war der, das wir uns gegenseitig keine starren Strukturen vorgeben wollten, sowie es in der Schule jeden Tag schon der Fall war. Und darüber hinaus machte ich Elias sogar den Vorschlag, dass er jedes Wochenende nach meinem "Unterricht" bei mir übernachten könnte. Und natürlich nahm er dieses Angebot an. Einen Monat später fragte Elias mich, ob er auch seinen neuen Freund Jonas mitnehmen könnte. Auch hier nahm ich seinen Vorschlag zur Erkenntnis und gewann so einen weiteren Freund innerhalb kürzester Zeit. Und nicht nur das, auch ihre Noten in der Schule verbesserten sich; zwar waren auch Wertungen dabei, welche sie sich nicht unbedingt erhofft hatten, aber dennoch merkten sie, dass wenn sie zu mir kamen nicht nur besser in den Tests wurden, sondern auch bei den dort gestellten Aufgaben gut abschnitten. Mitte Januar lenkte ich meine Aufmerksamkeit auf die dritte in diesem Schuljahr dazugekommene Schülerin: Mia. Ich empfand da jedoch noch keine Liebe zwischen uns beiden, sondern mehr Mitleid. Denn man merkte an ihr, dass sie wesentlich intelligenter war, als sie sich selbst zutraute. Als dann Anfang Februar eine Arbeit in Biologie geschrieben wurde und ich nach fast einer halben Stunde diese abgegeben hatte, wartete ich anschließend draußen vor der Tür, auf Anweisung meines Lehrers. Keine fünf Minuten später verließ auch Mia den Klassenraum, lehnte sich mir gegenüber an die Wand, nahm ein paar In-Ear-Kopfhörer heraus und hörte anschließend Musik. Allerdings nicht irgendeine Musikrichtung, welche man schon tausendfach gehört hat und/oder nur auf Nostalgie aufbaut, sondern diese ging eher in Richtung Metal - oder wie man es hierzulande nennt "Neue Deutsche Härte" - mit Technoeinflüssen. Ich konnte zwar nicht heraushören, von welcher Band es gespielt, geschweige denn über was gesungen wurde, aber allein die Tatsache, dass sie solche Musik hörte, zeigte schon, dass sie kein gewöhnliches Mädchen war. Als ich anschließend um ihre Aufmerksamkeit bat, zog sie die Kopfhörer aus ihren Ohren heraus und ich fragte sie, ob sie nicht irgendein Interesse hätte, dass ich ihr Nachhilfeunterricht geben könnte, um ihr zu helfen. Natürlich hatte sie es am Anfang abgelehnt. Aber ich ließ nicht locker, bis es dann nach mehrerem hin und her zum Ergebnis gekommen war, dass sie daran teilnehmen möchte. Bei den ersten Nachhilfeunterrichtsstunden, die wir alle gemeinsam hatten, war sie noch sehr angespannt, desinteressiert und erweckte in Elias und Jonas den Eindruck, als stünde sie unter Depressionen. Doch als ich in den darauffolgenden Tagen mit ihr immer spät Abends übers Telefon über ihre Seltsamkeit mit ihr gesprochen hatte, öffnete sie sich gegenüber uns immer mehr und mehr. Mitte März ging auch Mia mit einer Leidenschaft an den Nachhilfeunterricht heran, wie auch Elias und Jonas, auch wenn man spürte, dass sie immer noch ein klein wenig angespannt war. Somit war Mia meine erste und bis heute auch einzige Freundin.

Das letzte Wochenende vor der großen Klassenarbeit und gleichzeitig auch des Monats Mai war bei einigen Schülern, wie ich vorhin angesprochen habe, noch die einzige Gelegenheit, dafür zu lernen - Also diejenigen, die alles auf den letzten Drücker fertigarbeiteten. Doch wir hielten es für nicht nötig am Wochenende dafür noch extra zu lernen. Selbst Mia war sich da sogar sicher genug, es nicht zu tun. Und wir alle vertrauten ihr und uns gegenseitig. Also machten wir an diesem Abend eine Feier, auf welcher wir unsere eigenen Snacks mitbrachten, tanzten, sangen, Gesellschafts- und Videospiele jeglicher Art spielten und lachten. Mit anderen Worten: unfassbar unterhaltsam. Wie auch an den anderen Wochenenden davor, so entschieden wir uns auch bei mir wieder zu übernachten. Als wir alle dann um kurz nach Mitternacht kein Interesse mehr hatten weiter zu machen, gingen Elias und Jonas bereits nach oben in ihre Schlafsäcke, während ich mit Mia den Abwasch machte. An sich hatte ich zu ihr gesagt, dass ich das alleine machen wollte, aber entschied mich dann doch um und sie half mir anschließend. Als wir beide nach einer halben Stunde damit fertig waren, war mein Plan für den restlichen Tag mir die Zähne zu putzen, duschen, mich bettfertig zu machen und darauf mit den anderen im Zimmer zu schlafen. Daraus wurde allerdings nichts, da Mia mich an meiner Hand festhielt und ich mit ihr mitkommen sollte, weil sie mir unbedingt etwas zeigen wollte. Also folgte ich ihr im leicht müden Zustand in den Garten. Am Anfang dachte ich, dass sie mir eine gutaussehende Blume zeigen wollte, nur um ihr dann zu erklären, welche es ist, was für Eigenschaften diese haben, wo sie herkommen oder was für eine Verwendung sie hatten oder haben. Allerdings bat sie mich darum erst einmal an Ort und Stelle für höchstens fünf Minuten stehen zu bleiben. Danach verschwand sie hinter unserem Apfelbaum. Keine fünf Minuten waren vergangen, da kam sie wieder hinter dem Baum hervor, nur verändert. Sie trug nämlich kein Kleidungsstück mehr. Das war das erste Mal, das ein Mädchen nackt in der Wirklichkeit sah. Als wir uns eine gefühlte Ewigkeit lang anstarrten, bat sie mich darum das gleich zu tun. Zu Beginn wollte ich dies noch nicht tun, jedoch blieb Mia weiter verharrt und somit tat ich es dann letzendlich doch. Also verschwand ich wie sie zuvor hinter dem Apfelbaum, zog mich ebenfalls aus und kam wieder zum Vorschein. Da waren wir also, beide nackt, im Garten meiner Familie, einige dutzende, vergangene Minuten nach Mitternacht. Sie bat mich näher zu kommen und tat dies auf anhieb, wenn auch mit kleinen und sehr nervösen Schritten. Als ich anschließend nur noch wenige Zentimeter vor ihr stand, bat sie mich darum, eine Stelle zu berühren, welche auch immer ich wollte. Und direkt fuhr ich mit der rechten Hand über ihre linke Brust. Ein kurzes zucken durchfuhr sie, höchstwahrscheinlich, da meine Hand im Gegensatz zu ihrem Körper kälter war. Als Mia mich anschließend bat, wie es anfühlte oder was ich fühtle, wusste ich nicht, was oder ob ich ihr überhaupt antworten sollte. Nach einer Weile sagte ich etwas heiser und auch unter Stress, dass das Gefühl auf meiner Hand hart und weich zugleich war und das ich mich im inneren so fühlte, als würden mehrere Gewichte aus dem Nichts an den Innereien in meinem Körper angehängt werden und das ich jederzeit das Gleichgewicht verlieren könnte. Darauf sagte sie mir, dass das überhaupt nichts ausmache und es normal sei. Dann entfernte sie sich ein wenig von mir, lag mit dem Rücken und ausgestreckten Armen und Beinen auf dem Rasen und bat mich, mit der Vorderseite meines Körpers auf ihr zu legen. Ab dem Moment hinterfragte ich die Situation gar nicht mehr und tat nur noch das, was sie von mir verlangte. Somit lag ich ungefähr so auf ihr, als sei ich eine alternative Spiegelversion ihrer Selbst. Nach einigen Sekunden spürte ich, wie mein eigenes Geschlecht härter und länger wurde. Ich wollte aufstehen, um dies zu verbergen, doch ich konnte mich nicht mehr bewegen; mein Körper war wie versteinert von der gesamten Situation. Als mein Teil anschließend ein fleischiges Etwas erreichte, von dem ich nicht genau zuordnen konnte, worum es sich handeln könnte, stöhnte Mia kurz auf. Aber der Ton klang nicht genervt, sondern irgendwie besonders; so besonders, dass ich damals noch kein geeignetes Wort gefunden habe, um dies zu beschreiben - Aus heutiger Sicht weiss ich es aber: es handelt sich um das Wort erotisch. Nach diesem harten ausatmen von ihr, blickte sie mich direkt an und presste Ihre Lippen auf meine. Danach lösten wir uns aus unserer Position, umarmten uns und welzten auf dem Rasen herum, küssten uns eine gefühlt unendlich lange Zeit. Als wir dann fertig und aufgestanden waren, sah Mia an die untere Schwelle meines Oberkörpers, wo mein immer noch hartes und steifes Geschlecht pochte und zuckte, als wäre ein zweites, außerhalb meines Körpers hängendes und hochempfindliches Herz. Anstatt vor Scham es zu verstecken, ließ ich meine Hände und Arme in der Position, die ich nach dem Aufstehen betreten hatte. Ich bin in dieser Situation sämtlich Szenarien in meinem Kopf durchgegangen, was wohl als nächstes passieren würde. Doch keines davon trat wirklich ein. Sie ging einfach hinter den Baum, holte sowohl ihre, als auch meine Sachen, zog mich zurück in mein Haus, legte unsere Klamotten in die Waschmaschine, gingen nach oben, betraten das Badezimmer und duschten gemeinsam. Ebenfalls eine Idee von ihr war es, dass wir uns anschließend gegenseitig mit dem Shampoo einmassierten. Sie fing als erstes mit mir an und betrat als erstes meine Haare, strich über meine Arme, dann meine Beine und Füße, ging wieder einen Schritt nach oben an meinem Rücken, dann den Vorderkörper und anschließend berührte sie meine Genitalien. Ein leichtes zucken durchfuhr mich und ich holte einen erotischen Seufzer aus meinem Rachen heraus. Der Wasserhahn wurde aufgedreht, die auf mich fallende, durchsichtige und warme Flüssigkeit entspannte mich, bis ich keinen einzigen weißen, chemischen Fleck mehr an meiner Oberfläche zu sehen glaubte. Dann bat sie mich, es mit ihr zu tun. Auch hier fing ich mit dem Shampoo bei ihren Haaren an, wanderte allerdings direkt nach unten zu ihren Brüsten und massierte sie somit als erstes ein. Als ich allerdings merkte, dass ich es an diesem Körperbereich etwas zu lange getrieben hatte, machte ich zwar innerlich gestresst, aber außerhalb betrachtet entspannt weiter. Dann kam der Vorderkörper dran, anschließend die Arme, darauf die Beine mitsamt den Füßen und als letztes ihren Rücken. Als hier wieder der Wassenhahn aufgedreht wurde und nichts mehr Chemisches auf ihrer Haut zu sehen war, fragte ich sie etwas, wo ich nicht mal wusste, ob sie dies zulassen würde, trotz in Anbetracht der Situation, in der Ich mich befand. "Darf ich meine Hand rüber legen?", war meine Frage an Mia gerichtet. Als sie mit einem Kopfnicken antwortete, streckte ich meine rechte Hand aus und legte sie zwischen ihre Beine. Trotz des warmen Wassers von außen, spürte ich einen deutlichen Temperaturunterschied an ihrem weißlich-rosanem Fleisch. Obwohl ich meine Hand am besten niemals aus dieser Position genommen hätte, so fand diese ganze Szene irgendwann ein Ende. Wir stiegen aus der Dusche heraus, trockneten uns ab, zogen unsere Schlafklamotten an und verkriechten uns in unsere Schlafsäcke. Mia schlief nach bereits wenigen Minuten ein, aber ich konnte es eine lange Zeit nicht, da die letzte halbe Stunde, die ich mit ihr verbracht hatte, immer wieder in meinem Kopf neuprojizierte, um nach einer nachvollziehbaren Logik ausschau zu halten. Doch ich sah keine Logik. Nur wir beide, miteinanderer das erste Mal leicht treibend, sie 15 und ich 14 Jahre alt. "Eigentlich hätte so etwas nich passieren dürfen!", war der letzte Gedanke, bevor ich endgültig eingeschlafen bin. Die Arbeiten in der nächsten Woche waren für uns alle gut ausgefallen, wenn auch Mia nur ganz knapp davon kommen konnte. Trotzdem: wir hatten ihr vertraut und sie hatte ihr Versprechen eingehalten.

In den nächsten zwei Jahren entwickelten sich zwischen Mia und mir erst eine engere Freundschaft - unter den Normalsterblichen auch "Freundschaft Plus" genannt - und später eine romantische Beziehung. Und ab da merkten wir beide, dass wir von einander so abhängig waren, dass man es schon fast mit exersiven Drogenkonsum gleichstellen konnte. Sie war für mich das Kokain und Sie für mich das Crystal Meth. Verherrlicht haben wir zum Glück nie etwas in deren Richtung, doch was die Emotionen angeht, so fühlte es sich zum Teil dann doch so oder ähnlich an. Wenn wir uns irgendwann mal trafen, haben wir unser Umfeld, die Probleme und alles Andere einfach ausgeschaltet und nur um uns gegenseitig gekümmert. Dabei lachten wir, spielten Video- oder Gesellschaftsspiele, erzählten uns Geschichten aus verschiedenen Zeitlinien, küssten uns, auch an sehr merkwürdigen Positionen und hatten ab einem bestimmten Zeitpunkt sogar regelmäßig Sex miteinander. Zum Beginn hatte ich allerdings immer ein Kondom über mein Geschlecht gezogen. Doch irgendwann wollte Mia es ohne durchziehen, weil es sich in Ihren Augen, Zitat, "es sich nicht richtig anfühlte, mit jemandem zu ficken, der sich währenddessen mit etwas so Wichtigem wie seinem Schwanz absichert". Seit ich ihrem Wunsch nachgegangen bin, wurde der Sex zwischen uns länger, intensiver und noch regelmäßiger. Dabei fand ich zusätzlich heraus, dass das Musikalbum "Milow" vom gleichnamigen Künstler den Akt zwischen uns beiden verstärkte, ohne jedoch aggressiv zu klingen. Doch abseits dieser erotischen Tage, gab es auch immer noch diejenigen, wo wir uns mit Jonas und Elias bei uns zuhause trafen und uns gegenseitig in den unterschiedlichsten Fächern halfen. Seit der zehnten Klasse kam es sogar auch dazu, dass Mia mir nicht nur mehr über das Fach Biologie unterrichtete, sondern mich auch mit teils so vielen Zusatzinformationen fütterte, dass ich in einigen Situation sogar mehr über die Thematik wusste, als die Lehrer selbst, welche mich damit ausbilden sollten. Auch mein Zimmer dekorierte ich immer mehr und mehr zu einem neuen Garten Edens um. Ich mochte es, diese Arbeit zu vollrichten. Und Mia schien es auch gefallen. Denn jedes Mal, wenn wir hier es mit einander trieben, so merkte ich, dass der Sex mit ihr noch länger war und ihre Orgasmen zu den Intensivsten zählten, die ich jemals mit ihr durchgezogen hatte. In meinem Zimmer trieben wir es allerdings nur selten, höchstwahrscheinlich, damit wir uns nicht daran gewöhnten und es immer ein besonderer Moment sein sollte.


Zwei Wochen nach Beginn der Sommerferien war es dann soweit. Elias, Jonas, Mia und Ich wollten eine Wanderung inklusive Übernachtung in einem Wald unternehmen. Etwas, was wir schon längere Zeit geplant hatten und endlich umsetzen konnten. Alle hatten sich am Tag darauf vorbereitet, indem sie ihre Rucksäck mit dem Nötigsten gepackt haben; sprich, Schlafsack, Isomatte, Kulturbeutel, Insektenschutz, Besteck und Geschirr. Allerdings hatten wir uns zusätzlich noch abgesprochen, wer welche Extrautensielien für die Reise mitbringt, damit sie nicht immer nur einer von mit sich rumschleppen musste. Jonas entschied sich für den eigenen Gaskocher, welcher sich in dem Keller seiner Eltern in einer wahnsinnig dunklen Ecke befand, weshalb er für die Suche eine Viertelstunde beanspruchte, Elias für die Kochutensielien - also Töpfe und Kellen -, die noch seiner Mutter gehörten, da sie in ihrer Jugendzeit sehr viele Wanderungen durchgezogen hatte, Mia für die Nahrung, die in Konservendosen mitgenommen werden sollte und wurde und ich für das Zelt, das groß genug war, um uns alle Fünf unterzubringen. Als es dann endlich soweit war und wir uns alle bei mir trafen, fragten meine Freunde, wieso ich meine fast achtjährige Schwester mitnehmen wollte. Darauf antwortete ich: "Sie hatte mich die ganze Zeit gefragt, ob ich sie nicht unbedingt mitnehmen könnte. Und weil ich eine so freundliche Person bin, habe ich mir ihr Angebot zur Kenntnis genommen und möchte ihr den Wunsch erfüllen". An den Gesichtsausdrücken von Elias und Jonas konnte ich erkennen, dass sie nicht beeindruckt über meinen ihnen nicht vorher bescheidgegebenen Vorschlag waren. Bei Mia konnte ich jedoch erkennen, dass sie darüber begeistert zu sein schien. Denn sie hatte ein leichtes Grinsen auf ihrem Gesicht. Und mit diesen gemischten Emotionen machten wir uns auf dem Weg zum Wald.

Als wir mit dem Bus an der entsprechenden Haltestelle ausstiegen, war es nur noch ein kleiner Weg bis zum "Eingang" unseres Ziels - geschätzt etwas mehr als ein Kilometer. Während dieses beginnlichen Marsches schien die Sonne auf unseren Häuten und wurden leicht von ihr geblendet. Trotzdem nahmen wir keinen Schutz dagegen mit; weder Sonnencreme, noch -brille. Der Grund dafür war eigentlich offensichtlich. Die Blätter und Bäume des Waldes hätten so oder so einen Großteil des Lichtes blockiert und für sich selbst beansprucht. Deswegen betrachten wir es als unnötig, diese Schutzutensilien gegen das Sonnenlicht mitzunehmen.

Als wir endlich den Wald betraten, wurde anschließend unsere Umgebung dunkler und kühler. Das machte die gesamte Wanderung für uns etwas einfacher und erträglicher. Und dadurch nahmen wir die Umgebung auch intensiver war. So kam es unter anderem vor, dass wir in unregelmäßigen Abständen einen Halt einlegten, weil zum Beispiel meiner Schwester, wie ich es einst auch tat, über gewisse Blumen, Stäucher, Kräuter oder Bäume unbedingt alles wissen wollte, was ein Anderer, in diesem Fall Ich, ihr dann erzählte - ganz gleich, ob sie es für die nächsten Jahre in ihrem Gedächtnis behalten würde oder nicht. Was den restlichen Weg anging, so unterhielten wir uns bei diesem über alles Mögliche, was unsere Herzen begehrten auszusprechen, hauptsächlich aber, um die lange Zeit irgendwie überbrücken zu können. Denn erst nach mehr als fünf Stunden wandern bauten wir an einem abgelegenen Ort unser Zelt auf und legten unsere Schlafsäcke und Isomatten hinein.

Für das Abendessen gab es Ravioli in Tomatensauce mit Vollkornbrot. Es war zwar nicht das beste Essen der Welt, aber in anbetracht der Tatsache, dass wir zum Mittagessen nur einen kleineren Snack hatten - sprich Riegel, Nüsse aus Tüten und selbstgemachte Gemüsechips -, glich dieses Essen für uns alle wie ein Festmahl. Dabei reagierten zusätzlich die Geschmacksknospen auf unseren Zungen sehr empfindlich und wir hatten dadurch den Eindruck, als würde das Gericht von einem der besten Restaurants der Welt gemacht worden sein.

Den restlichen Abend verbrachten wir damit, uns Geschichten und Situationen aus unserem vergangenen Leben zu erzählen, Kartenspiele jeglicher Art und "Wahrheit oder Pflicht" zu spielen. Als wir alle merkten, wie sich unsere Köpfe immer mehr und mehr abschalteten, wussten wir, dass es an der Zeit war, sich schlafen zu legen. Alle betraten ihre Schlafsäcke, brachten sich in ihre jeweils angenehmsten Positionen und schlossen ihre Augen. Nur ich blieb noch etwas länger wach. Nicht, weil ich nicht einschlafen konnte, sondern weil ich durch das "Fenster" unseres Zeltes hinauf zu den Bäumen und Sternen blickte und von dieser Schönheit fasziniert war. Doch auch bei mir kam irgendwann der Moment, bei dem ich die Kontrolle über mich selbst verlor und in die Traumwelt hineinschlief.


Es war mitten in der Frühe, als ich durch mich selbst wach wurde. Mein Körper sagte mir nämlich, dass ich meine Blase unbedingt entleeren musste, da sie sonst geplatzt wäre. Also entfernte ich mich vorsichtig, wenn auch mit Stressgefühlen, aus dem Schlafsack, ging mit kleinen und leisen Schritten über meine Freunde hinweg, öffnete ebenfalls leise die Zelttür und betrat mit nackten Füßen den Waldboden. "Fuck! Ich hab vergessen meine Schuhe anzuziehen!", kam der Gedanke in mir auf. "Aber ich hab' jetzt keinen Bock wieder reinzugehen! Das ist mir zu aufwendig". Also setzte ich meinen Weg weiter fort und ging etwas abseits vom Zelt entfernt zu einem großen Baum. Dort zog ich meine Unterhose hinunter, nahm meinen leicht steifen, warmen und pochenden Penis in die rechte Hand und schoss die gelb-orangene Flüssigkeit heraus. Dabei söhnte ich kurz laut auf, während immer mehr Pisse meine Blase von Sekunde zu Sekunde verließ.

Als ich endlich fertig zu sein schien, spürte ich plötzlich ein leichtes Kitzeln am linken Fußknöchel. Ich blickte hinunter und sah einen pflanzlichen Stengel mit Blättern dran. Ich erkannte relativ schnell, dass es sich um Efeu handeln musste. Kein Wunder; dabei handelt sich ja um eine der meist verbreiteten Pflanzen Europas. Doch diese schien sich zu bewegen. Am Anfang realisierte ich die Gefahr in dieser Situation noch nicht. Aber als ich sie erkannte, war es bereits zu spät. Denn das Efeu sprang mit einer so schnellen Geschwindigkeit an meinen Mund, dass ich nicht mal mehr Zeit hatte, um darauf entsprechend zu reagieren. Ich versuchte zu schreien, um die Anderen im Zelt zu warnen, doch ich brachte keinen einzigen auf diese Distanz hörbaren Ton heraus. Befreien konnte ich mich ebenfalls nicht, da der restliche Teil des Efeus meine Arme und Beine umschlungen hatte. Und nicht nur das; sie hoben mich zusätzlich in die Höhe und brachten mich mit menschlichem Renntempo etwa zwei Minuten lang etwas abseits von meinen Freunden entfernt auf einen Fluss zu. An diesem machte das Efeu halt, zog mich auf den Boden, kniend, jedoch immer noch gefesselt. Das ganze hielt sich für einige Sekunden, bis die Pflanzen auf einmal anfingen, jedes Kleidungsstück von meinem Körper abzureißen. Somit war von einem Moment auf den Anderen splitterfasernackt mitten in der freien Natur.

Doch dann fühlte ich mich komisch. Irgendetwas wollte aus mir heraus. Mein Körper schwitzte und ich atmete schwer. Ich blickte an meinem Körper hinab und sah, wie dieser an unglaublich vielen Stellen pochte und man den Eindruck hatte, als ob etwas in mir lebte und mich augenblicklich verlassen wollte - wie ich es den unzähligen Horrorfilmen gesehen hatte. Und dann stieß ich einen Schmerzensschrei aus und spürte währenddessen, wie meine Fußzehen explodierten. Zuerst spritzte das Blut in alle Richtungen, dann floss es fast in Strömen aus mir heraus. Doch das, was zusätzlich aus meinen Füßen herauskam, konnte keine unabhängig von mir existierende Lebensform sein. Denn wenn es tatsächlich so gewesen wäre, hätte ich niemals spüren können, was für eine Form dieses (wie ich es damals noch in meinem Kopf nannte) Ding annehmen würde, wie weit es sich ausbreitet und am merkwürdigsten, wohin. Mit anderen Worten: Es fühlte sich so an, als würde diese Masse ein Teil von mir sein. Und sie verschwand immer mehr in den Erdboden und ich konnte diesen sogar spüren.

Als nächstes waren meine Beine an der Reihe. Jedoch explodierten sie nicht wie bei meinen Füßen, sondern einzelne Fleischstücke lösten sich von meinem Körper und vielen zu Boden. Ein damals wirklich grauenhaftes Gefühl; als wenn man sterben würde, ohne es wirklich zu tun.

Während ich weiterhin um mich schrie, bemerkte ich an meinem Oberkörper leichte Rückenschmerzen, die mit jeder Sekunde immer stärker wurden, bis sich auf einmal mein Rücken verrengte. Und zwar immer weiter nach hinten, bis mein Oberkörper einen Halbkreis formte, dessen geöffnete Seite zum Boden verlief. Anschließend bemerkte ich, wie mein Penis sich immer mehr erregte und dessen Spitze in Richtung Himmel zeigte. Dabei zog sich die Eichel immer weiter aus meiner Vorhaut heraus, bis diese irgendwann an der oberen Stelle anfing zu reißen. Ein weiterer Schrei entkam meinem Mund. Mit dem Hintergedanken im Kopf, dass niemand mich hören würde. Dann geschah das bizarrste bei meiner Verwandlung. Denn ich fühlte, wie irgendetwas meinen Penis verlassen wollte. Also blickte ich hinauf zu meinem Schwanz und musste mitansehen, wie ein kleiner Stengel einer Blüte aus meiner Eichel hinauskam und dabei immer größer und dicker wurde. Nach einigen Sekunden war dieser sogar so dick, dass mein Penis zerplatzte, Blut, Haut und Knorpel in alle Richtungen fliegend. Erstaunlicher Weise empfand ich dieses Mal keinen Schmerz. Und ab da bemerkte ich, was aus mir heraus wollte, beziehungsweise, zu was wurde. Der ehemalige grünliche Stengel, der dünner war als der von einer Rose, wurde immer bräunlicher, rauer, höher und verschlang immer mehr von meinem Körper. Ich wurde zu einem Baum. Es dauerte nicht lange, da umgab das Holz schließlich meinen gesamten Körper und konnte deswegen nichts mehr mit meinen eigenen Augen sehen. Trotzdem spürte ich, wie sich auf meiner Baumkrone Blätter bildeten, wie der Wind auf meine Rinde fegte und ich schließlich bemerkte, wie ich das Wasser aus dem Boden aufsaugte und mich davon ernährte. Trotzdem waren meine Intelligenz, der Tast- und Hörsinn nicht verschwunden. Sie blieben und verteilen sich lediglich nur auf den gesamten Baum.

Auf einmal hörte ich, wie sich eine Person auf den Baum zubewegte und mich anschließend mit einer Ihrer Händen berührte. Der Größe und Form nach handelte es sich um die Hand einer Frau. Das eigenartige an ihrer Hand war allerdings, dass sie weder Wärme von sich abgab, noch weich wie Fleisch war. Um genau zu sein, ihre Oberfläche war genau wie die meiner: rau und holzig. "Es funktioniert", brachte sie aus sich hervor. "Du bist der erste deiner Art". Sie fing auf einmal an, meine Oberfläche küssen. Dabei spürte ich irgendetwas mächtiges durch meinen "Körper" hindurchfließen. "Du wirst jedoch nicht der Einzige bleiben, der sich dieses Schicksal teilt. Deine Freunde werden die nächsten sein". Dann entfernte sie sich von mir. Im innerlichen weinte ich, weil ich wusste, dass ich nichts mehr für sie tun konnte.


Ich war der letzte, der aufgewacht war. Und das auch nur, weil Lukas, Mia und Ellia nach Jonas fast schon verzweifelt schrien. Etwas unsicher kroch ich aus meinem Schlafsack heraus, zog mir die Schuhe an und verließ das Zelt. "Was ist los? Warum ruft ihr nach Jonas?", fragte ich an jeden gerichtet und mit etwas unsicherer Miene. Mia antwortete mir sofort mit, "Er ist nicht mehr zurückgekommen, seit ich aufgewacht bin! Das ist nun zwei Stunden her". Dann fragte mich Lukas, "Kannst du uns helfen, ihn zu suchen?". Ich brachte nur ein leichtes Kopfnicken hervor. Anschließend teilten wir uns alle auf, wobei Ellia bei ihrem Bruder blieb, um uns auf die Suche nach Jonas zu begeben.

"Ich hoffe, es nichts schlimmes mit ihm passiert", war einer meiner Gedanken, die sich wie eine Endlosschleife in meinem Kopf wiederholten. Dicht gefolgt von, "Warum tut er das!", und, "Wenn er uns verarscht, ich schwör bei meinem Gott, er ist dann sowas von tot!".

Nach einiger Zeit kam ich in die Nähe eines Flusses. Mein Ziel war es, Wasser auf mein Gesicht zu gießen, damit eine angenehme Frische meinen Körper durchfließen sollte. Nachdem ich dies getan hatte, bemerkte ich in der Nähe eines großen Baumes zerissene Kleidungsstücke und mehrere große Blutspritzer. Als ich mit pochendem Herzen näher an diese Stelle heran ging, bemerkte ich zusätzlich, dass sich dort auch noch abgerissene Fleischstücke befanden. Ich war kurz davor ohnmächtig zu werden, als plötzlich Lukas und Ellia um den Baum herumkamen und mich und die brutale Szene sahen. Fast schon beschützerisch stellte sich Lukas vor ihre Schwester und sagte ihr: "Sieh' nicht hin!". Und sie gehorchte mit einem weinenden Blick. Dazu sagte er noch, "Keine Sorge. Alles wird gut". Ein wenig später kam auch Mia an und brachte zu Beginn ein, "Was ist hier los?", aus den Lippen hervor. Als sie dann jedoch das ganze Blut und Fleisch sah, drehte sie sich um und übergab sich auf den Waldboden. "Ich denke wir sollten die Polizei rufen!", sagte ich und holte mein Smartphone aus der Hosentasche. Ich war kurz davor das Display einzuschalten, als plötzlich Efeuranken aus dem Boden geschossen kamen, mir mein Telefon aus der Hand nahmen und es noch in der selben Sekunde im Erdboden versank. Wir standen alle wie geschockt da; das einzige was wir hörten, war unser eigenes Atmen. Mia wollte gerade die Stille durchbrechen, als plötzlich eine mysteriöse, weibliche Stimme aus allen Richtungen zu uns sprach. "Ihr werdet niemanden etwas davon berichten. Das werden die Menschen noch irgendwann von selbst herausfinden".

Nachdem sie dies gesagt und auf uns alle einen schockierenden Eindruck hinterlassen hatte, begann auf einmal mein Körper sich komisch anzufühlen. Auch Ellia schien dies zu bemerken, da sie zu mir sagte, "Elias? Wieso sind deine Augen schwarz?". Ich wollte gerade nachfragen, wie sie nur in anbetracht der Tatsache auf so einen dummen Gedankengang kommen konnte, da spürte ich, wie etwas meinen Hals verlassen wollte. Und je weiter es vordrang, desto schmerzhafter wurde es für mich. Dann kam der Punkt, an dem ich mich ähnlich wie bei Mia übergeben musste. Heraus kamen jedoch nur Blut und fast alle Zähne. Auf einmal öffnete sich mein Mund von alleine und egal was ich tat, ich konnte ihn nicht mehr schließen. Heraus kam ein mit Blut und den restlichen Zähnen überzogenes, gelbes, sptzes Etwas. Als es fast meinen gesamten Mund umschloss, erkannten wir alle, das es sich um einen überdimensionalen Schnabel handelte.

Alle starrten mich mit angsterfüllten Blicken an. Ich wollte ihnen sagen, dass sie verschwinden und die Polizei rufen sollten. Aber meine Sprache konnte meinen Mund nicht verlassen. Stattdessen kamen aus meinem neuen Mund nur Stöhner und hohe Laute heraus. Also kniete ich mich auf den Boden und zeichnete mit meinem Zeigefinger das Wort "LAUFT" auf den Boden. Jedoch bewegten sie sich zu Beginn nicht. Als dann aber aus der Unterseite meiner Arme neues Blut und milchige, durchsichtige Stacheln herauskamen, wurde ihnen der Ernst der Lage bewusst und verstanden - zumindest ging ich davon aus -, was ich ihnen sagen wollte. Also rannten sie los, immer weiter weg von mir. Ich weinte; nicht nur davor, dass ich sie vielleicht nie wiedersehen könnte, sondern auch wegen des Schmerzes, der mich durchfuhr. Aber ich hatte ihn und das, was mit mir passierte akzeptiert. Denn ich glaubte immer noch daran, dass Gott für jeden einen Weg vorbestimmt hatte. Auch für mich.

Ich blickte erneut hinunter zu meinen Stacheln. An deren Seiten wuchsen kleine Federäste, die sich darauf miteinander verbanden. Ihre Farbe war hellbräunlich und somit erkannte ich, zu was ich werden sollte. Zum König der Lüfte, auch als Adler bekannt. Nach dieser neugewonnenden Erkenntnis, fingen auf einmal meine Hände an zu schmerzen. Kurz darauf trat weiteres Blut diesmal aus meinen Pulsschlagadern heraus. Auf einmal bewegten sich meine Hände von ganz alleine weiter nach vorne, von meinen Knochen weg. Dabei rissen meine Haut und Muskeln auf. Dann fielen meine Hände zu Boden und an meinen ehemaligen Handgelenken sah ich nur noch rotes Fleisch und die Spitze von meinen Armknochen. Dann verformte sich mein Oberkörper. Die Brust hob sich mehr empor und der Bauch zog sich immer weiter zurück. Dabei wurde das Fett in mir durch die Haut an die Oberfläche gedrückt. Kurz darauf bildeten sich neue milchigaussehende, aber dieses mal kurze Stacheln auf meinem Oberkörper. Auch hier entwickelten sich die Federäste, die sich wiederum mit den Anderen einhakten. Als nächstes knackte mein Rücken und somit geschahen die ersten Anzeichen, dass ich schrumpfte. Zwar langsam, aber es geschah trotzdem. Während ich immer kleiner wurde, bemerkte ich, dass die Haare an meinem Kopf ausfielen und dieser sich verformte. Der Ober- und Unterkiefer zog sich von selbst immer weiter nach vorne, während der obere Teil meines Schädels immer flacher wurde und sich weiter zurück zog. Wie auch bei den Armen und dem Oberkörper, so entwickelten sich auch hier Stacheln, aus denen die Federäste herauskamen und sich miteinander verbanden. Als ich nur noch einen Meter groß war, entstanden die letzten Prozesse, bevor meine Verwandlung vollständig abgeschlossen war. Auch an meinen Beinen entwickelten sich die Federn, aber auch meine Füße. Denn diese platzten auf und zu Vorschein kamem gelbe Krallen; drei vorne und eine hinten auf jeder Seite. Als das Leid und der Schmerz endlich aufhörten, befreite ich mich aus meiner Kleidung. Als ich dies endlich geschafft hatte und mit meinen neuen "Füßen" den Waldboden betrat, so waren die ersten Gefühle, die mich durchstömten Unsicherheit und Angst. Auch wenn ich nicht wirklich wusste wovor, so verspürte ich sie. Mein neuer Instinkt sagte mir damals, dass ich wegfliegen sollte. Dabei wusste ich noch nicht einmal, wie das funktionierte. Wie denn auch? Meine Gedanken blieben dieselben, sonst würde ich euch davon schließlich nichts erzählen können, aber meine Instinkte haben sich verändert. Und ich wusste zu Beginn nicht, wie ich damit umgehen sollte.


"Ich kann es nicht glauben!", sagte mir mein Kopf. "Was ist da passiert!?". Wir rannten zu schnell weg. Deswegen konnte ich es mir nicht erklären. Mein Bruder hielt meine Hand stark fest. Bäume und Laub umgaben mich. Der Wind war zu schnell und zu laut. Ich konnte kaum mehr regelmäßig atmen.

Mein Bruder und seine Freundin blieben dann auf einmal stehen, während ich weiter rannte und nicht mehr seine Hand festhielt. Für kurze Zeit bemerkte ich es nicht mal. Dann drehte ich mich zu ihnen um. Beide sahen nach unten auf ihre Füße. Ich tat es ebenfalls. Dickes Efeu umgab ihre Füße und Beine. Sie konnten sich nicht mehr bewegen. Dann sah mich mein Bruder an. Die Angst stand in seinem Gesicht. Er sagte: "Lauf! Lauf um dein Leben!". Selbst, wenn ich es getan hätte, wäre es zu spät gewesen. Erde schoss aus dem Boden hervor. Dieser bildete einen perfekten Kreis. Und dieser war so groß. Mein Bruder und Mia waren weiterhin gefesselt an ihren Füßen und Beinen. Dann wurden sie an die Wand geworfen. Dort wurden sie erneut gefesselt, nur um ihren Körper herum. Noch mehr Angst war im Gesicht meines Bruders. Dann fing seine Freundin auf einmal an zu schreien: "Ich schwöre, wenn du uns etwas antust, werde ich dir...". Weiter kam sie nicht. Efeu ging in ihren Mund hinein. Und um sie herum. Sie konnte nicht mehr sprechen. Nur noch ein Dumpfen kam aus ihr heraus.

Dann ertönte eine weitere Stimme. Sie war unbekannt für mich. Aber ich wusste, sie gehörte einer Frau. "Da seid ihr endlich. Und alles ist genau so, wie ich es erwartet habe". Mein Bruder schrie ängstlich zurück: "Was bist du? Was willst du?". Darauf sagte die Stimme: "Was ich will, ist einfach. Ich will, dass du spürst, wozu ich fähig bin! Deswegen sieh' genau hin".

Nachdem die Stimme dies sagte, fühlte ich mich komisch. Nur habe ich mich damals noch nie so komisch gefühlt. Die erste Verwandlung war an meinen Ohren. Ich fasste sie an und diese waren länger und spitzer, als für gewöhnlich. Dann kamen meine Fingernägel dran. Diese wurden ebenfalls länger und spitzer und färbten sich schwarz. Dann fühlte sich meine Haut warm an. Dunkle Haare wuchsen darauf. Ich bekam Fell. Mir dabei so heiß, dass ich meine Kleidung auszog. Ich befand mich somit nackt im Wald. Trotzdem war mir immer noch heiß. Also wälzte ich mich auf den Boden. Ich hatte dies noch nie getan. Aber ich fühlte, dass ich das tun musste. Während ich dies weiter tat, spürte ich etwas an meinem Bauch. Unter meinem Fell konnte ich erkennen, dass sich sechs weitere Nippel bildeten. Dann stieß ich einen Schrei aus. Meine Innereien veränderten sich ebenfalls. Meine Wirbelsäule knackte, mein Hals bog sich mehr nach oben, die Brustknochen wurden größer, meine Füße länger und an diesen bildeten sich ebenfalls ländere und schwarze Nägel. Auch an den Fuß- und Handinnenflächen wuchs etwas heraus. Ich weiss nicht, was es bis heute ist, aber es handelte sich um etwas braun-schwarzes, weiches, herausstehendes Etwas. Gleichzeitig wuchsen meine Finger und teils auch meine Zehen in meinen Körper hinein. Dann kam etwas aus der Oberseite meines Po's heraus. Ich blickte nach hinten und sah, dass sich ein Schwanz bildete, auf welchem wiederum Fell wuchs. Als letztes veränderte sich mein Gesicht. Ober- und Unterkiefer wurden länger, meine Nase zog sich nach hinten und wurde schwarz und weich. Dann wollte ich einen Schrei ausstoßen, doch heraus kam nur ein Geheule. Ich erkannte, dass dieses Geräusch von einem Wolf stammen musste. Und ich war einer von ihnen.

Ich blickte zu meinem Bruder hinauf. Tränen waren in seinem Gesicht. Dann schrie er aus Angst und Verzweiflung: "Bitte! Du kannst mir alles antun was du willst, aber verwandle bitte meine Schwester zurück! Sie ist doch noch ein Kind! Bitte! Ich flehe dich an!". Erneut hörte ich die Frauenstimme sagen: "Das werde ich nicht tun. Nicht nur, weil ich ihr Schicksal bereits besiegelt habe, sondern weil sie noch ein vollständiges Mitglied ihres Gleichens werden muss".

Eine kleine Stelle an dem Kreis öffnete sich. Ein einziger Wolf kam hinein. Er schaute mich an. Ich schaute ihn an und wusste nicht, was er von mir wollte. Dann kam er auf mich zu. Als sein Kopf nicht mehr weit entfernt war von mir, begann er hinter meinem rechten Ohr an zu schnuppern. Ich verstand es immer noch nicht. Dann ging er weiter nach hinten und beroch mich an meinem Hinterteil. Es fühlte sich merkwürdig an, auch wenn ich es von den Hunden untereinander bereits kannte. Ich drehte meinen Kopf nach hinten. Mein Bruder schrie zu mir: "Los! Lauf weg!". Doch es sprang bereits Efeu in seinen Mund und um meine Beine. Ich konnte also nicht mehr fort. Ich drehte mich erneut um, diesmal zum Wolf. Zwischen seinen Hinterbeinen sah ich, wie etwas rötliches und gegen Ende dicker werdendes Ding herauskam. Dann sprang er auf mich, bewegte sich ein kleines Stück nach vorne und versank seinen Teil in meinem Schlitz. Eine gewisse Art von Gefühlen durchströmte mich, die ich noch nie davor kannte. Auf jeden Fall pochte mein Herz schneller und meine Haltung wurde zittriger. Der Wolf über mir zog sein rotes Fleisch immer wieder raus und führte es wieder hinein. Und das schnell und gefühlt unaufhörlich. Dabei war es für mich ein Schmerz, weil Ich noch nie etwas so Großes in mir drin hatte. Es fühlte sich so an, als müsste ich platzen, was ich aber zum Glück nicht tat. Meinen Bruder hörte ich weiter schreien im Hintergrund, wenn auch dumpf, wegen des Efeus.

Dann, nach einer gefühlten Ewigkeit, wurden die Bewegungen des auf mir stehenden Wolfes schneller und intensiver. Dann versank er sein rotes Ding vollständig in mir drin und verharrte dann in seiner Position. Auf einmal spürte ich, wie sein hinterer, dicker Bereich seines Teils so hart wurde, dass man ihn nicht mal mehr aus mir herausziehen konnte. Dann zuckte der Wolf zusammen und ich spürte, wie etwas warmes, flüssiges und weiches meine Innenhaut berührte. Fast so, als käme sie aus dem Nichts. Es dauerte noch eine Weile, bis der Wolf sein rotes Fleisch aus mir herauszog und von mir abstieg. Immer noch mit schnellem Herzklopfen und zittrigen Beinen schaute ich erneut auf meinen Bruder. Sein Gesicht war rot und überall waren tränen. Und er schrie. Dann hörte ich erneut die mysteriöse Frauenstimme sagen: "Lauf in den Wald hinein und werde ein besseres Leben führen, als du es zuvor getan hast und jemals hättest". Dann kamen aus dem Boden Dornenranken. Sie bewegten sich immer weiter auf mich und den anderen Wolf zu. Er rannte bereits nach draußen, um von der Gefahr abzuhauen. Ich blieb aber weiter drin und blickte immer noch zu meinem Bruder hinauf. Dieses Mal spürte ich eine Angst und Trauer in mir. Dann berührte mich einer der Dornen an meine linke Pfote. Blut quoll aus dieser heraus. Ich machte einige Schritte zurück. Dann kamen mehr Dornenranken aus dem Boden. Wenn sie lebendig gewesen wären, so sind sie aggressiv gegenüber mir gewesen. Dieses Mal hatte ich keine Wahl, wenn ich am leben bleiben wollte. Also rannte ich aus der offenen Stelle des Kreises hinaus. Als ich dies getan hatte, schloss sich die Stelle. Dann ertönte erneut die Frauenstimme: "Lauf! Oder ich lasse dich und deinen Bruder töten!". Ich tat es, wie sie es mir sagte. Ich rannte davon, der Wolf von vorhin direkt neben mir.


Weinend, ängstlich und parlysiert von der Vergewaltigung meiner Schwester durch die Hand eines Wolfes, hing ich immer noch an der Erdwand, mit Efeu als gut funktionierenden Knebel. Ebenso auch meine Freundin Mia. Erneut hörte ich der Stimme lauschen, welche ich aber nicht mehr hören wollte: "Ich lasse euch frei". Die Dornenranken, welche zuvor aus dem Boden geschossen waren, zogen sich in den Erdboden zurück, bis nichts mehr von ihnen zu sehen war. Dann öffneten sich die Schlingen und Wurzeln um meine Arme und Beine und sowohl Ich, als auch Mia fielen auf den Boden. Dabei fiel mir auf, wie heiß und verschwitzt mein gesamter Körper war, als ich auf den Waldboden auftrat. Als letztes fiel die umstehende Erde, welche eine perfekte Kreiswand gebildet hatte, in sich zusammen und lag sich auf uns drauf. Erneut spürte ich, wie der kalte Boden auf meinen heißen Körper fiel und mich abkühlte.

Aber ich genoss mich deswegen keines Wegs. Schnell grub ich mich aus der lockeren Erde frei und das Sonnenlicht schien mir ins Gesicht. Ich drehte meinen Kopf in die Richtung, in der ich vermutete, dass Mia sich darunter befand. Ich bewegte mich auf diese Stelle zu und erkannte die von meiner Freundin herausstehende Hand. Ich hielt sie mit beiden Händen fest und zog sie mit der Kraft die mir noch übrig geblieben war heraus. Dabei fiel mir auf, dass wenig Erde an ihrer Haut und ihren Klamotten klebte, ganz im Gegensatz zu mir. Doch diese Verwunderung verblasste schnell, da mein verstörter Verstand wesentlich mehr im Vordergrund stand und ich mir das Ziel gesetzt hatte, vorerst aus dem Wald abzuhauen und all das Gesehene den Behörden zu melden. Also sagte ich verängstigt zu Mia: "Los! Wir müssen von hier abhauen. Sonst macht dieses Ding noch etwas mit uns!". Ich hielt ihre Hand und rannte gemeinsam mit ihr weg; hauptsache aus dem Wald hinaus. Doch nur wenige Sekunden später verlangsamte sie ihre Schritte. Ich drehte mich um, blickte direkt in ihre Augen und sagte zu ihr: "Lauf weiter! Sonst enden wir noch wie meine Freunde und Schwester!". Dann blieb sie stehen, ich immer noch meine Hand an ihrer haltend. Ich wollte gerade meine Hand von ihrer lösen, als ich merkte, dass sich ihre Hand nicht mehr nach weichem, dünnen Fleisch anfühlte, sondern nach hartem, rauem Holz. Als ich mich dann noch entschied meine an meiner Freundin klammernden Hand wegzunehmen, erkannte ich, dass es keine Einbildung war; ihre Hand bestand wirklich aus Holz.

Als nächstes sah ich, wie das Holz sich wie ein Virus in den Zombie-Filmen an ihrem Arm weiter in Richtung ihres Körpers ausbreitete. Meine Unsicherheit in mir drin wuchs bei diesem Anblick immer weiter an. Als ich schließlich sah, wie dieses Geschwür an ihrem Kopf hochkroch, stellten sich ihre bis zum Rücken gewachsenen Haare nach oben auf, verschmolzen mit einander und bildeten einen großen, dicken Ast. Plötzlich führte sie ihre Hände zu ihrem Shirt und riss es entzwei. Der ehemalige, wunderschöne Körper, welchen ich immer beim Sex mit ihr sehen konnte, war nun von rauem Holz bedeckt. Ebenso auch die Brustwarzen; diese waren ebenfalls von dieser neuen, natürlichen Schicht bedeckt. Dann wanderten ihre Hände diesmal an den Gürtelbereich ihrer Hose und riss sie ebenfalls auseinander. Und auch wenn schon bis zum damaligen Zeitpunkt alles von Holz bedeckt war, so konnte man immer noch ihre Vagina erkennen. Zum Schluss, als sie vollständig von dieser Schicht bedeckt war, rissen ihre Schuhe wie von selbst in der Mitte durch, da ihre Füße länger wurden und nach oben wuchsen. Vor mir stand in voller Pracht und ohne Kleidung nicht mehr meine Freundin Mia, sondern ein Monster, wie ich es zuletzt in den klassischen Horrorfilmen der 1950er Jahren gesehen hatte.

Dann sprach Sie: "Oh! Tut das gut nicht mehr an diese gressliche Kleidung gebunden zu sein". Sie blickte mir direkt in die Augen und ich erstarrte. Ich wollte zwar abhauen, aber mein eigener Schock ließ dies nicht zu. Sie fuhr fort mit: "Bitte lauf nicht weg. Nicht was ich in den letzten Jahren alles für dich getan habe". Ich brachte anschließend mit zitterder Sprache hervor: "Wer bist du wirklich?". "Ich dachte mir schon, dass du mich das fragen würdest. Aber du sollst die Antwort bekommen. Mein Name ist nicht Mia. Um ehrlich zu sein, ich habe mir selbst keinen Namen gegeben. Ihr Menschen habt dies schon für mich getan. Ihr bezeichnet mich als Mutter Natur". "Was?", war das einzige, was aus mir herauskam. Ich glaubte ihr nicht, trotz in anbetracht der Dinge, welche ich an diesem Tag vor meinen eigenen Augen gesehen hatte und mich verstört hatten. Darauf sagte sie zu mir: "Lass es mich dir demonstrieren". Sie streckte den rechten Arm nach vorne und öffnete die Hand. Auf dessen Innenfläche wuchs zu Beginn einer kleine, zierliche Knospe heraus, die jedoch binnen weniger Sekunden zu einer handgroßen Kugel bestehend aus mehreren übereinander liegenden Blättern wurde. Dann sprach sie, den Blick weiterhin auf ihr eigenes Werk gerichtet: "Für die Menschen ist dies nichts als ein Haufen Blätter, die übereinander gelegt und zu einer Kugel geformt wurden. Doch für mich kann aus so etwas Totem", sie schloss die Hände zusammen, pustete in einen Schlitz und führte fort, "Lebendiges entstehen". Sie öffnete die Hände und heraus kam ein kleines Rotkehlchen, welches sich augenblicklich in die Lüfte schwang und davon flog.

In meinen Gedanken kam mir plötzlich eine Frage nicht mehr aus dem Sinn. Ich musste sie stellen, auch wenn ich wusste, dass ich damit das Thema wechseln würde. "Warum hast du ihnen das angetan? Warum hast du sie in Monster verwandelt?". "Vereinfach gesagt, weil ich es tun musste. Im Gegensatz zu den Menschen, welche behaupten, dass sie in die Zukunft sehen können, kann ich dies tatsächlich tun. Wenn ich sie nicht zu einem Teil der Natur gemacht hätte, hätten sie im späteren  Leben Tätigkeiten ausgeführt, mit denen sie mich gekränkt hätten". "Was?", kam es erneut aus meinem Mund heraus. "Die Menschen haben alle eines gemeinsam: Sie denken, nur weil sie die meist verbreitete Lebensform aller Zeiten sind, dass sie sich alles erlauben und nehmen können, was sie wollen. Aber das reicht ihnen noch nicht. Sie meinen, sie könnten Gott spielen, die Natur kontrollieren und die Welt nach ihren Wünschen formen". Plötzlich fing sie aus einmal an zu weinen und sprach mit einer Mischung aus Zerbrochenheit und Wut, "Ich habe ihnen mehrfach erzählt, dass sie bitte damit aufhören sollten. Über 100 Jahre habe ich das Versucht. Sie hörten mir zwar zu, aber setzten nie etwas um. Sie wollen anscheinend nicht nur mich, sondern auch sich selbst mit in den Tod reißen". Sie wischte sich die Tränen aus ihrem Gesicht und sprach nun etwas sanfter: "Und deswegen werde ich etwas dagegen tun müssen. Sie sollen zu Tieren jeglicher Art werden, damit die Welt nicht nur einer Lebensform gehört, sondern jeder".

Mich hat es bis heute gewundert, warum ich diese Frage in dieser Situation gestellt habe, aber ich habe es dennoch getan. Also fragte ich sie immer noch geschockt von dem, was ich an diesem Tag gesehen hatte: "Was habe ich aber damit zu tun? Warum bist du meiner Freundin geworden?". "Höre mir zu. Die Natur scheint für dich unsterblich zu sein. Aber das ist sie nicht. Ich bin eigentlich schon fast tot und habe nur noch ein paar Jahre zum leben. Das ist auch der Grund, weshalb ich nichts gegen die Menschheit anrichten konnte; meine Kräfte sind dafür zu schwach. Und deshalb muss ich einen Erben ernennen, der meinen Plan umsetzten kann und damit die Natur fortbestehen bleibt". Ich brachte dann zu Wort: "Und lass mich raten. Ich werde das sein". "Nein. Auch wenn ich dich wirklich liebe und gerne zum Erben machen würde, so steht mir dies nicht zu. Deswegen gibt es nur eine Möglichkeit, jemanden meine Kräfte zu geben. Ein Kind". Sie bewegte ihre rechte Hand zu ihrem Bauch und sagte weiter: "Mein Kind. Und auch dein Kind".

Ich konnte es nicht glauben. Ich wollte es nicht einmal glauben. Meine Freundin - sofern man sie noch so betiteln konnte - war schwanger. Und das auch noch durch mein eigenes Erbgut. Sie kam anschließend auf mich zu. Anstatt aber wegzurennen blieb ich wie angewurzelt stehen. Dann stand sie nur noch wenige Zentimeter vor mir und sagte: "Fühle es". Ich war zwar ihr gegenüber eingeschüchtert, aber trotzdem spürte ich in mir so etwas wie Angst überhaupt nicht. Also legte ich, wie sie es befohlen hatte meine Hand auf ihren hölzernen Bauch, dessen Oberfläche sich kalt und rau anfühlte. Und trotzdem spürte ich, dass sich etwas in ihrem inneren bewegte. Ihr eigenes Kind. Mein Kind. Unser Kind. Während meine Hand weiterhin auf ihrem Bauch lag, blickte sie direkt in meine Augen und sagte mir: "Ich habe eine Bitte an dich. Wenn ich eines Tages nicht mehr bin, kannst du bitte unser Kind großziehen und auf den Moment ausbilden, welchen ich nicht mehr erreichen konnte?".


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