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Für die Wissenschaft

Geschrieben von xlef | Veröffentlicht am 04.07.2017 | Animal | 0 843


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Für die Wissenschaft

© 07/2012 by xlef

ACHTUNG!! NUR FÜR ERWACHSENE!!

1 - August

Sie lag dösend in der Sonne. Wie schon so oft, wenn Ebbe war. Die Sonne wärmte sie, die Nordsee rauschte, und Möwen kreischten. Sie spürte den feuchten Sand auf der Haut. So friedlich, so idyllisch wie in einem Kitschroman.

Ihre Gedanken schweiften in die Vergangenheit. War sie nicht zu weit gegangen? War das Risiko nicht unkalkulierbar? Was war mit ihrem alten Leben? Würde sie zurück können? Wollte sie zurück?

 

2 - Drei Monate Früher

Franzi fühlte sich ein wenig unwohl. Sie saß in einem Labor, das kalt und effizient eingerichtet war. Sie zweifelte nun doch ein wenig an ihrer Entscheidung, sich für dieses Projekt gemeldet zu haben. Die Wissenschaftlerin kehrte mit einigen Papieren in der Hand zurück.

„Okay, wir können. Es ist alles in Ordnung bei Ihnen. Machen Sie bitte den Arm frei.“

Franzis Puls ging schneller, als sie Ihren Ärmel hochkrempelte und die Wissenschaftlerin einen Infusionsbeutel zur Hand nahm.

„Nur ein kleiner Pieks, und in zehn Minuten ist die Lösung durchgelaufen.“ Die Wissenschaftlerin lächelte geschäftsmäßig.

Franzi wurde in einen anderen Raum geführt. Durch ein Fenster sah sie die Dünen und im Hintergrund die Nordsee. Der Raum war lediglich gekachelt, es gab ein Wasserbecken mit einer Verbindung nach draußen und eine polierte Platte aus Edelstahl an der Wand.

„Und jetzt legen Sie bitte Ihre Kleider ab.“

Die Wissenschaftlerin hielt Franzi einen Karton hin. Sorgfältig legte sie ihre Kleider und ihre Uhr hinein. Mit einem knappen „Viel Glück“ verließ die Wissenschaftlerin den Raum und schloss die Tür.

Franzi sah sich ihr Spiegelbild an. Sie hatte gut und gerne zehn Kilogramm mehr als für ihre Größe gut war, allerdings hatten sich die Fettpölsterchen an den richtigen Stellen gebildet und verliehen ihr eine sehr weibliche Figur. Schulterlanges, blondes Haar umrahmte ihr volles und gutmütiges Gesicht.

„Für die Wissenschaft“ seufzte sie und wartete. Es würde bald beginnen.

Sie hatte ein wenig gedöst. Als sie erwachte, stellte sie erste Veränderungen fest. Ihre Zehennägel und Fingernägel hatten sich dunkel verfärbt. Ihre Zehen sahen flacher und länger aus als vorher. In ihrer Hüfte fühlte sie eine eigenartige Steifheit.

Ihre Haut an den Beinen begann leicht zu kribbeln. Feine graue und schwarze Häärchen krochen aus der Haut und bedeckten bald Beine und Bauch bis zum Nabel. Auf dem Rücken kroch das kurze, dichte Fell bis auf ihre Schultern hinauf bis zum Haaransatz.

Ihr Spiegelbild kam ihr fast fremd, aber auf eigenartige schön vor. Sie berührte das Fell und streichelte es überall. Ein herrliches Gefühl.

Ihre Füße begannen zu pochen. Sie wurden flacher und größer. Schnell erkannte sie Seehundflossen.

Dann geschah nichts mehr. Etwas unbeholfen stakste sie mit ihren Flossenfüßen zum Wasserbecken und ließ sich hineigleiten.

Das Wasser war salzig und müsste eigentlich viel kälter sein, doch Franzi fühlte sich angenehm warm. Sie schwamm ein wenig und genoss das Gefühl des Wassers auf der Haut und auf dem Fell.

Sie tauchte und konnte unter Wasser erstaunlich klar sehen. Mit ihren Flossen erreichte sie eine fantastische Geschwindigkeit. Sie blieb viel länger unter Wasser, als sie es sich jemals hätte vorstellen können.

Irgendwann zog sie sich auf den Beckenrand und genoss die Sonne.

Ihre Hüfte begann zu pochen und zu ziehen. Kleine Beulen bildeten sich. Fasziniert sah sie zu, wie zwei Seehundflossen aus der Hüfte wuchsen. Sie zuckten eine Zeit unkontrollierbar, dann hatte sie die neuen Gliedmaßen unter Kontrolle.

Ihre Oberschenkel schmerzten. Zwischen ihren Beinen bildete sich Gewebe. Es war ein Gefühl, als würde sie einen zu engen Minirock tragen. Ihre Vagina und ihr Anus wanderten nach vorne, während ihre Beine langsam aber unaufhaltsam zu dem torpedoförmigen Körpers eines Seehundes verschmolzen.

Schwerfällig drehte sie sich auf den Bauch und ließ sich erneut ins Wasser gleiten. Ihr Körper war perfekt an das Wasser angepasst. Pfeilschnell und wendig schoss sie ein ums andere Mal durch das komplette Becken.

Die Sonne ging unter, als sie sich aus dem Wasser zog, um ein wenig zu dösen. Ein köstlicher Geruch stieg ihr in die Nase. Mühsam bewegte sie sich auf die Quelle zu. Eine Edelstahlschale, gefüllt mit Fischen. Sie griff einen fisch, schnupperte an ihm und stellte fest, dass sie wahnsinnigen Hunger hatte. Sie verschlang alle Fische und hatte selten etwas besseres gegessen.

Als der Mond aufging, schlief sie ein.

Bei Sonnenaufgang wurde sie unsanft geweckt, als zwei Männer sie aufhoben und in eine Kiste legten. Sie wurde auf ein Auto und nach kurzer fahrt auf ein Boot umgeladen. Dort wurde ihr ein kleiner GPS-Sender unter die Haut in ihrem Nacken gespritzt.

Nach kurzer Fahrt wurde sie aus der Kiste ins Meer gekippt.

Unfassbar viele Eindrücke strömten auf sie ein. Geräusche, Gerüche, die Bewegung des Meeres...Franzi ließ sich eine Zeit lang treiben und genoss die Freiheit.

Sie spürte, dass der Ebbstrom einsetzte und beschloss, sich eine Sandbank zu suchen. Unter Wasser konnte sie eine Seehundschule hören. Sie folgte dem Rudel zu seinem Ruheplatz und mischte sich unter die Tiere. Einige der Seehunde beäugten sie misstrauisch, andere kamen, um an ihr zu schnuppern. Schnell kehrte Ruhe ein, sie wurde als Seehund voll akzeptiert.

 

3 – August

Sie hatte den Sommer über mit dem Rudel gejagt und gedöst. Regelmäßig hatte sie die Boje besucht, wo sie ihre Erlebnisse und Erfahrungen in ein seefestes Computerterminal eingegeben hatte. Der Sommer ging zu Ende. Bald würde man kommen, um sie wieder an Land zu bringen. Sie freute sich, bald ihre menschliche Gestalt zurück zu bekommen.

An einem ungemütlichen Spätsommertag sichtete sie das Boot. Freudig schwamm sie hin und wurde aufgenommen. Neben der Wissenschaftlerin und den beiden Arbeitern war auch eine sehr elegant gekleidete Frau mit an Bord, die Franzi von oben bis unten musterte.

„Wie lange, bis ich wieder ein Mensch bin?“ fragte sie.

Die Wissenschaftlerin schaute demonstrativ aufs Meer, die Arbeiter hatten es plötzlich sehr eilig, ihre Aufgaben zu erfüllen.

Die Dame hockte sich neben Franzi, strich ihr über den Körper und die langen, blonden Haare.

„Mein liebes Kind“ sagte sie. „Forschung ist sehr, sehr teuer. Und du bist der Preis für meine … Spende an das Projekt.“


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