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Die Sirenenbucht (2/?)

Geschrieben von Sovie | Veröffentlicht am 20.07.2021 | Mythical | 0 401


Tags: Meerjungfrauen Meer Gabi Magie

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Zu Teil 1

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Das Wasser, durch das wir Drei hinter Gabi herzischten, war beinahe glasklar für uns und begeistert drehte ich Pirouetten in jeder Kurve, während ich aufpassen musste, dass ich die schimmernd roten Schuppen vor mir nicht aus den Augen verlor. Es ging über bunte Korallen und üppig bewohnte Anemonen hinweg, durch Seetangfelder und an Schwärmen unterschiedlichster Fische und fantasievolle Steinformationen vorbei, die bewachsen waren mit Seegras und Moos. Ich spürte, wie die rasante Geschwindigkeit an meinen Haaren zog und meine Heckflosse, die sich noch immer unglaublich befremdlich anfühlte, mich kraftvoll vorwärts trieb und alles um mich herum verschwimmen ließ. Nach einiger Zeit schwenkte Gabi vor uns nach oben und drehte sich in einem Schwung zu uns. Ich stoppte hinter ihr und konnte meine Euphorie nicht zurückhalten und lachte ausgelassen, während der Geschmack des Salzwassers auf meiner Zunge immernoch sehr gewöhnungsbedürftig war. Kurz nach mir rauschte auch Nina heran und dann Paulina, die das Benutzen ihrer Flosse noch nicht so gut zu beherrschen schien.

"Das ist so unglaublich, Gabi!"

Rief Nina begeistert und drehte ein paar Kreise mit ihrer Flosse. Fasziniert fuhr Paulina über die goldenen Schuppen ihres Unterkörpers, die von uns allen ohne zweifel die schönsten waren. "Ich bin eine Nixe!", sagte sie verzaubert und ich für meinen Teil kam mir vor, als würde ich träumen und tat es Paulina gleich. Meine Schuppen hatten eine eher matte, pastell-violette Farbe und waren von uns Vier die größten. fasziniert fuhr ich mir ebenfalls über meine Hüften, die nun vollkommen bedeckt waren mit festen Schuppen. Gerade als ich zur Spitze meiner Schwanzflosse kam, an der die Schuppen härter und zu einem elfenbeinartigen Material übergingen, erhob Gabi wieder die Stimme, dessen heller klang durch das Wasser schnitt und gedämpft an unsere Ohren drang. 

"Wir müssen jetzt hier herunter! Ihr müsst ein bisschen aufpassen und zusammen bleiben, damit wir uns nicht verlieren, ok? Auf geht's!" 

Damit setzte Gabi rückwärts nach unten und tauchte langsam herab. Nachdem Nina es ihr gleich getan hatte, schloss ich mich strahlend an, beugte mich nach vorn und tauchte hinter den beiden her. Kurz drehte ich mich auf den Rücken und vergewisserte mich, dass Paulina es auch geschafft hatte und winkte ihr lächelnd zu, als sie konzentriert und mit ein wenig Abstand hinter mir her schwomm. Als ich mich wieder umdrehte, verschlug es mir den Atem. Vor uns hatte sich ein regelrechtes Tal aufgetan, in dessen mit Felsen umringtem Zentrum ein beeindruckendes Schiffswrack lag, welches einige Meter im Sandboden versunken und in der Mitte zerbrochen war. Ich suchte vergeblich nach einem Segelmast, erkannte dann aber, dass es ein moderneres, motorenbetriebenes Schiff war, dessen Zweck mir allerdings nicht ganz klar werden wollte. 

Gabi steuerte auf ein Loch im Rumpf der vorderen Hälfte an, das wie ein tiefschwarzer Farbfleck erschien. Je näher wir dem Wrack kamen, desto weniger Sonnenlicht brach zu uns durch und bald tat ich mir schwer, noch etwas deutlich erkennen zu können. Als wir das Loch erreichten und Gabi furchtlos hindurchschlüpfte, waren das tiefe Weinrot ihrer Schwanzflosse das einzige, an dem ich mich noch orientieren konnte. Nina hatte ich mittlerweile vollkommen verloren, da ihr Blau im Dunkeln des Schiffes total unter ging und etwas unsicher schwomm ich hinter Gabi her. Zu meiner überraschung lichtete sich die Dunkelhrit wieder recht schnell und meine Augen schienen sich an die Dunkelheit so schnell gewöhnt zu haben, dass ich sogar die Umrisse der aufgerissenen Wrackwände wieder erkennen konnte. Plötzlich zog Gabis Flosse nach oben und verschwand durch ein weiteres Loch in der Decke, aus welchem schummriges Licht zu kommen schien. Mittlerweile hatte ich auch Nina wieder im Blick, mit der ich vor dem Loch nach oben, beinahe zusammengeprallt wäre. Als sie vor mir hindurch zischte, folgte ich ihr schnell und quietschte überrascht auf, als ich die Wasseroberfläche durchriss und durch den Schwung kurz in die Luft befördert wurde, bevor ich unsanft auf dem harten Boden aufkam, über dem das Wasser nur etwa einen halben Meter hoch stand. "Aua! Ich glaube ich habe mir die... ähm Flosse verstaucht!", hörte ich Nina klagen, dessen Leid ich nur teilen konnte. Der mit stickiger Luft gefüllte Raum, in den Gabi uns geführt hatte, schien eine Art Speiseraum gewesen zu sein, dessen Tische nun eine ideale Möglichkeit boten, sich mit schuppigen Heckflossen darauf zu setzen. Es war bereits ungewohnt geworden, wieder mit der Lunge zu atmen und einen moment brauchte ich, um richtig umzuschalten. 

Fasziniert schaute ich mich in dem großen, recht heruntergekommenen Raum um und bewunderte die große Deckenlampe, die schief über unseren Köpfen hing und im Gegensatz zu ihrer heruntergestürzten Kollegin im  hinteren Teil des Saales noch zu funktionieren schien. Plötzlich spürte ich etwas an der Spitze meiner Flosse, die noch in das Eingangsloch ragte und wich erachrocken nach hinten, as etwas hindurch zu kommen schien. Kurz darauf hob sich Paulina aus dem Wasser und blickte sich staunend um. 

"Na? Was sagt ihr?", hörte ich Gabi vom anderen Ende des Raumes prahlen. "Meine Flosse tut weh. Und es ist ziemlich gruselig hier!", rief Nina herüber. Ich würde lügen, wenn ich ihr nicht jedem ihrer Worte zugestimmt hatte, jedoch wollte ich Gabis Gefühle nicht verletzen und sagte: "Ich finde es schön hier! Abenteuerlich." Damit ließ ich mich ins Wasser fallen und schwamm durch den Raum in richtung Gabi, die irgendetwas im Bereich der Essensausgabe zu suchen schien. Als ich bei ihr ankam, war Paulina bereit zu ihr geschwommen und schaute ihr skeptisch zu. 

"... aber hier kann doch gar kein Seegras wachsen, das ist doch ein Schiff! Metall und so.", sagte sie. Bevor ich fragen konnte, drehte sich Gabi genervt um und hielt uns ein paar grüne Seetangschnipsel entgegen. "Die sollen ja auch nicht wachsen, sondern hier deponiert!" 

"Deponiert?", ertönte Ninas Stimme, die rasch von hinten heran kam. "Was suchst du denn eigentlich?", fragte ich die junge Hexe, während ich versuchte, aufrecht auf meiner Flosse zu balancieren. Sichtlich enttäuscht, dass sie nicht fündig wurde, hielt sie einen der grünen Schnipsel hoch und setzte sich auf den Tresen der Essensausgabe. "Sirenenkraut. Gelinde ausgedrückt, verstärkt es beim Verzehr die Fähigkeiten einer Nixe: Man wird kräftiger, schneller, ausdauernder und...", Gabi stockte, "Schwer zu widerstehen." Kurz herrschte Ruhe. "Schwer zu widerstehen? Was soll das denn heißen?", fragte Nina verwirrt. Gabi seufzte. 

"Tja, das hättest du erfahren, wenn noch etwas mehr davon da wäre. Jedenfalls sind die Kisten leer und nur noch die drei kleinen, abgerissenen Reste hier sind noch übrig! Ihr könnt sie euch teilen, wenn ihr wollt." 

Noch immer höhst skeptisch beäugte Paulina ihre Schwester und nahm ein Blatt aus ihrer offenen Hand. Auch ich nahm eins und schaute es mir an. Es hatte ein seltsames Blattmuster, das willkürlich über das Blatt verlief. Der blaugrüne Farbschimmer ließ es beinahe künstlich aussehen und ohne, dass ich darüber nachgedacht hatte, dass es essbar war, erfasste mich das Bedürfnis, es zu essen. 

"Das sollen wir jetzt essen? Ich mache schon viel mit, aber das ist mit echt ein bisschen zu unangenehm. Das schmeckt bestimmt nach Rost und verdorbenem Fisch, so wie es hier riecht und aussieh", zweifte Nina, die sich auf einen der noch stehenden Tische gesetzt und ihre Flosse rochgelegt hatte. "Gut, dann bleibt ja doch noch eins für mich!", entgegete ihr Gabi trotzig, hielt das Blatt demonstrativ hoch und nahm es in den Mund. Paulina und ich sahen uns an und ich zuckte lächelnd mit den Schultern. Als Gabi nicht den Anschein gemacht hatte, vergiftet worden zu sein, aß auch ich das Blatt und sah, dass Paulina es mir gleich tat. "Igitt! Ihr esst das ja wirklich!", hallte es von weiter hinten und überrascht von dem recht guten, allerdings kurzen Geschmack des Blattfetzens, schaute ich zu Paulina, die ihre Augen genießerisch geschlossen hatte. Ihr Blatt war ungefähr doppelt so groß, wie meins, dennoch spürte ich den süßlichen Effekt, der durch meinen ganzen Meerjungfrauen Körper drang und mich auf eine unheimliche Weise erfrischte. 

Das angenehme Gefühl wurde unterbrochen von einem metallenen Schlag der Tür neben dem Tresen, an der Gabi versuchte, die Klinke zu betätigen. Da sich anstelle ihrer Beine allerdings eine ziemlich weiche und untrainierte Flosse befand, brauchte es sie drei Anläufe, bis sie ihre mit Schwimmhäute bestückte Hand um den Griff schlagen konnte. Knarzend schob sich die Tür durch das seichte Wasser und machte den Weg frei in einen Raum, der wohl die Küche gewesen sein musste. "Vielleicht ist ja hier noch etwas drin. Kommt mit!" 

Neugierig setzte ich mich mit den beiden anderen in Bewegung, als ein dumpfer, heftiger Schlag die Umgebung plötzlich zum Beben brachte und Nina von ihrem Tisch herunter rutschte. Es war ein spektakuläres Bild, als die Wasseroberfläche langsam in Schieflage zu kommen schien, während das Wrack nach Backboard absackte. "Was ist denn jetzt los?!", rief Paulina entsetzt, während ein walähnliches Stöhnen durch das Schiff tönte. "Oh nein! Kommt schnell, wir müssen uns verstecken!"

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Fortsetzung folgt

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