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Die alte Kapelle

Geschrieben von Scriba | Veröffentlicht am 19.12.2021 | MtF MC Other | 3 1072


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Guten Tag liebe Community, seit einiger Zeit bereits trage ich mich mit dem Gedanken, endlich auch mal etwas auf "Papier" zu bringen. Und nun ist es endlich so weit. Mein Erstlingswerk. Bitte spart nicht mit Kritik! Ich hoffe meine Geschichte findet etwas anklang und dient eurer Unterhaltung. Scriba.

 

Hallo, mein Name ist Luca und dies ist meine Geschichte.

Vor exakt sechs Wochen hat sich mein Leben radikal geändert. Ich war nun vor dem Gesetzgeber das, was man allgemein hin sein „eigener Herr“ nennt. Ich wurde volljährig. Meine erste Handlung war der Abbruch meines Abiturs und das Plündern meiner Ersparnisse. Neben meinen gesparten Geburtstagsgeld hatte ich mir ein kleines Onlinegeschäft aufgebaut. Ich erstelle Websites und betreue Onlineshops und bin darin ziemlich gut. Natürlich lief das alles ohne Rechnung… ihr versteht? Aber Erfolg hat seinen Preis. Die Schule wurde für mich zweitrangig, ich hatte nicht vor auf eine Uni zu gehen oder ein 1er Abi hinzulegen. Das waren die Pläne meiner Eltern, aber nicht meine! Als ich meinen Eltern von meinen Zukunftsplänen erzählte, waren diese nicht nur nicht begeistert, es kam zu einem riesigen Streit in dessen Verlauf ich mich dazu entschied, auszuziehen und mein eigenes kleines Königreich zu gründen. Also… eigentlich haben sie mich rausgeschmissen in der Hoffnung einzuknicken. Ich brauchte also eine nachvollziehbare Geldquelle außer Mutti und Papa und so legalisierte ich mein Gewerbe. Soll heißen, ich meldete meine Firma an und zahlte Steuern. Zugegeben, die Gewerbesteuer hatte ich nicht ganz berücksichtigt. Am Ende des Monats blieb de facto kaum etwas übrig nach Abzug der Miete und Lebenserhaltungskosten. Aber das war ok, ich hatte Außerhalb der Großstadt eine kleine Wohnung gefunden, dessen Vermieter sehr unkompliziert war. Ich hatte die kleine Zweiraumwohnung in einem Onlineportal gefunden und dem Typen gleich angeschrieben. Wir hatten ein paar E-Mails ausgetauscht und nachdem er meinen Gewerbeschein und meine Schufa gesehen hatte, bekam ich die Schlüssel per Einschreiben zugeschickt. Die Kaution hatte ich ihn sogar schon vor Vertragsunterzeichnung überwiesen, dies sollte ihn zeigen das ich für meine 18 Jahre zuverlässig war.

Meine Wohnung war etwas Besonderes, vielleicht nicht im positiven Sinne wie ihr vielleicht glaubt, aber eben… anders. Sie lag am Arsch der Welt, war völlig veraltet und die letzte Renovierung lag gefühlt vor dem Ende des zweiten Weltkrieges. Aber sie hatte Charme! Sie war im ersten Stock eines alten Fachwerkhauses aus dem 17. Jahrhundert und war direkt an einer kleinen Kapelle gebaut wurden. Dieser Typ, also mein Vermieter, hatte das Ganze Grundstück samt den alten Fachwerkhäusern gekauft. Die Kapelle wurde bereits vor 20 Jahren säkularisiert, sprich von der Katholischen Kirche nicht mehr genutzt und verkauft. Aktuell versucht mein Vermieter eine Genehmigung aufzutreiben, um eine Bar in dem alten Gemäuer zu eröffnen. Ich bin zwar kein Partygänger, aber verdammt, was für eine geile Idee!

Eigentlich bin ich nicht nur kein Partygänger, ich bin auch eher ein seltsamer Kauz. Wie bereits erwähnt, habe ich nicht viele Freunde und eine Freundin hatte ich auch noch nie. Ich bin auch nicht der Schlag Mensch, den man als cool bezeichnen würde. Ich bin nicht einmal besonders hübsch oder besonders umgänglich. Ich bin 1,87m, kurze blonde Haare und hab laut meiner Fitnessapp 15kg zu viel auf den Rippen, ein Nebenprodukt meiner Sucht nach Energydrinks und Junkfood als Nervennahrung für die Arbeit am PC.

Aber, ich schweife ab! Da stand ich also, mit nichts als zwei Koffern und meiner umgehängten Laptoptasche. Ich kam spät am Abend mit der letzten S-Bahn an, Endstation. Nach zehn Minuten Fußweg hatte ich meine neue und erste Wohnung erreicht. Vielleicht lag es damals nur an der Nacht, aber meine neue Wohngegend hatte etwas Morbides und Grusliges an sich. Die Häuser dieser Gegend waren alt, eng, verwinkelt gebaut, windschief und dank der schlechten Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr der Landeshauptstadt, immer noch erschwinglich für Menschen wie mich. Aber am Ende der Straße gab es einen Döner und einen kleinen Spätkauf, welcher auch normale Lebensmittel im Sortiment führte. Das war ein dicker Pluspunkt.

Wie bereits erwähnt war die Wohnung äußerst baufällig und der Treppenflur ließ bereits böses erahnen. Vom Flur abgehend gab es auf jeder Seite zwei Türen. Auf der rechten Seite waren mein Schlafzimmer und Wohnstube und auf der linken Seite ging es zum kleinen Bad und einer noch kleineren Küche. Der Vermieter hatte mir geschrieben, die Wohnung hätte damals zur Kapelle gehört und sei die Dienstwohnung des damals zuständigen Priesters gewesen. Zum Glück war sie voll möbliert, auch wenn die Möbel wahrscheinlich aus den 90er stammten und die Stromleitungen aus den 50er.

Die ersten Tage vergingen wie im Flug und ich verließ kaum die Wohnung, außer zum Einkaufen oder um den Müll hinunterzubringen. In meiner Vorstellung richtete ich mir die Wohnung bereits Stück für Stück ein, aber dafür brauchte ich Geld. Mein Erspartes war nun fast aufgebraucht und ich wartete auf den Zahlungseingang eines Kunden, dessen Onlineshop ich völlig neu aufgezogen hatte. Mit einem Teil dieses Geldes wollte ich mir ein neues Sofa kaufen. Da ich am Wochenende nichts vorhatte und es keine Deadlines gab, beschloss ich mir eine kleine Auszeit zu gönnen und meinem Lieblingshobby zu frönen. Ich zeichnete für mein Leben gern, am liebsten Menschen und Gesichter. Was seltsam war, da ich eigentlich lieber für mich war und mit Menschen nicht so gut konnte. Am Abend hatte ich es mir auf dem alten Sofa gemütlich gemacht und nahm meinen Zeichenblock zur Hand, blöderweise hatte ich meine Stifte im Schlafzimmer alias Arbeitszimmer vergessen. Ich ging in den Flur und wollte gerade nach links abbiegen, als mich plötzlich ein kalter Windhauch erfasste. Mein erster Gedanke war ein offenes Fenster, aber alle Fenster waren verschlossen. Der Windhauch kam eindeutig vom Ende des Flurs, an dem ein alter dunkler Wandschrank stand. Ich beschloss der Sache nachzugehen und fasste hinter den Schrank. Die Luft dahinter war eiskalt. Meine Neugier wurde immer größer, ich befreite den Wandschrank vom alten Porzellan des Vorbesitzers und mit meiner ganzen Kraft konnte ich dieses verfluchte Teil einen halben Meter vorziehen. Und dahinter fand ich sie, meine geheime Tür. Meine Fantasie lief Amok und das erste was mir einfiel, war die Tür nach Narnia. Mir war bewusst, dass dies natürlich totaler Bullshit war, aber meine Neugier brachte mich fast um. Ich quetschte meine kleine Wampe so gut es ging zwischen der Flurwand und dem Schrank durch und umfasste mit meiner ausgestreckten Hand die Klinke. Ich drehte sie und drückte. Das laute quietschen der uralten Scharniere kündete von meinem Erfolg. Sie war nicht verschlossen und was noch besser war, sie öffnete sich nach innen. Ich ging hindurch und plötzlich stand ich auf der Empore der kleinen Kapelle. „Oh, fuck. Ich glaub das jetzt nicht…“ Das hatte der Vermieter definitiv vergessen zu erwähnen! Das fahle Mondlicht, welches über die Seitenfenster einfiel, verlieh der Kapelle etwas unnatürlich Mysteriöses. Die Wände waren weiß gekalkt und die Bankreihen äußerst spartanisch für eine ehemalige katholische Einrichtung. Am Ende der kleinen Empore führte eine schmale Treppe hinunter und ich lief einmal komplett durch. Der Haupteingang, welche unter der Empore lag, war fest verschlossen. Wer also keinen Schlüssel hatte, kam nur über meine Seitentür hinein. Einen anderen Zugang fand ich nicht. Was mich an diesen Abend genau antrieb, kann ich heute nicht mehr sagen, aber ich wollte unbedingt bleiben. Mein eigener kleiner Palast, zumindest für eine Weile. Es dauerte nicht lang und ich hatte es mir auf einer Bank der Empore gemütlich gemacht. Meine Beine hatte ich weit von mir gestreckt und ich zeichnete ununterbrochen. Nur selten legte ich den Stift kurz aus der Hand, um einen Schluck aus meiner Energydose zu nehmen. So vergingen Stunden und plötzlich bemerkte ich einen stillen Beobachter, der mich aus dem Schatten heraus wahrscheinlich schon eine ganze Weile aufmerksam musterte. Eine schwarze Katze, mit grünen Augen saß eine Bankreihe weiter. „Hallo Miez, Miez! Wie kommst du denn hier rein? Ich hatte doch die Tür überprüft und die Fenster waren auch verschlossen.“ Aber mein pelziger Freund verweigerte jede Kontaktaufnahme. Stumm musterte er mich noch ganze 15 Minuten, ehe es mir zu blöd wurde. Ich legte meine letzte Zeichnung zur Seite und begann die Katze zu zeichnen, unsere Blicke trafen sich und jetzt endlich, reagierte sie. Die schwarze Katze nährte sich mir bedächtig, schnupperte an mir und lief dann über meine ausgestreckten Beine auf meine Brust und besah sich die Zeichnung. Dann rollte sie sich auf meinem Bauch ein und schlief. Ich zeichnete noch etwas weiter, bis auch ich auf der Kirchenbank ungewollt wegnickte.

Wie lang genau ich dort gelegen hab weiß ich nicht mehr, aber mein schmerzender Rücken weckte mich unsanft. Ich brauchte einige Augenblicke, um zu realisieren, dass ich noch immer auf der Bank in der Kapelle lag. Mir war kalt, Ich zitterte am ganzen Körper wie Espenlaub und nahm mein Smartphone. Das grelle Licht blendete mich schmerzhaft, aber ich wusste nun, es war kurz nach drei Uhr in der Nacht. Miez war längst verschwunden und ich quälte mich auf. Bilde ich mir das nur ein, oder war die Kapelle in den letzten Stunden größer geworden? Mit einer nie gekannten Leichtigkeit erhob ich mich und fuhr im Halbschlaf mit meiner Hand durch meine langen Haare… Moment, was? Lange Haare? Ich schob es auf meine Übermüdung und torkelte schlaftrunken zurück in meine vier Wände. Durch die Tür passte ich besser als zuvor, aber ständig rutschte meine Hosen nach unten und mein Shirt, welches noch vor wenigen Stunden leicht spannte, hing nun wie ein Tropfen Wasser an mir. Ich machte mir keinen Kopf und fiel ins Bett. Fortsetzung folgt…


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Kommentare:


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Racheltranny - 22.12.2021 um 10:08 Uhr

Super Anfang, doch warum stopt sie am Höhepunkt der Geschichte?

Scriba - 27.12.2021 um 17:00 Uhr

Hallo, vielen lieben Dank! Ich versuche meine Geschichten immer mit einem kleinen Cliffhanger zu versehen, um die Spannung zu steigern. Der zweite Teil ist jetzt online. :)

1TAKE! - 21.12.2021 um 14:34 Uhr

Ich bin tatsächlich positiv überrascht davon, wie viel Mühe und Details du in deine Geschichte gesteckt hast. Und noch wichtiger, dass das Sexuelle nicht im Fokus stand, beziehungsweise gar nicht erst vorkam. In diesem Stil kannst du deine Geschichte gerne fortführen.

P.S.: Ich fasse es wirklich nicht, dass ich in den letzten Tagen noch etwas so Gutes auf dieser Plattform bekommen habe.

Scriba - 27.12.2021 um 17:04 Uhr

Hallo! Vielen lieben Dank für deine Kritik. Ich freue mich wirklich das es dir gefällt. Wahrscheinlich wird es in späteren Teilen etwas "erotischer" werden, aber aktuell ist der Charakter noch in der Findungsphase. Ich brauche leider immer etwas länger, da es für mich sehr schwierig ist, aus der Perspektive einer Frau zu schreiben.

Drako - 20.12.2021 um 16:49 Uhr

Ich hoffe es kommt bald der nächt Teil es macht Spaß es zu lesen 

Scriba - 27.12.2021 um 17:05 Uhr

Hallo, vielen Dank Drako! Der zweite Teil ist jetzt online. Ich hoffe du magst ihn.


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