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Die Macht des Tarot

Geschrieben von acertainsomeone | Veröffentlicht am 28.02.2022 | MtF MC | 6 1377


Tags: Langsam

//OOC: Das hier ist eine reine Verwandelungsgeschichte, falls ihr nach explizitem Material sucht, seit ihr hier falsch.//

Um ehrlich zu sein, Ich habe mich selbst nie so richtig als Junge sehen können. Sehr oft habe Ich ein Mädchen angeschaut, und war mir nicht sicher, ob ich mit ihr zusammen sein will, oder ob Ich vielleicht lieber sie sein will. Das ist mir allerdings erst sehr spät klar geworden. Der Grund, warum ich dafür so lange gebraucht habe, ist aber die spannendere Sache.

Lasst mich erstmal vorne anfangen. Mein Name ist Leo. Naja, eigentlich heiße Ich Leopold, aber wirklich niemand nennt mich so. Ich würde gerne davon erzählen, wie ich mit 10 auf den Mount Everest gestiegen bin, oder von der Kernfusion, die ich in der 7. im Kunstunterricht nebenbei durchgeführt habe, oder das Ich ein begnadeter Speedrunner bin. Aber Ich bin nichts dergleichen. Ich bin etwa so durchschnittlich, wie ein 15-jähriger, der es trotz gutem Aussehens aufgrund von sozialer Unfähigkeit nie hinbekommen hat, eine Freundin zu haben, und der in 9 Schuljahren 9 Teilnahmeurkunden bei den Bundesjugendspielen bekommen hat, halt sein kann. Das alles aber sollte sich bald ändern.

Ein Jahrmarkt war mal wieder in der Stadt, und weil ich gerade etwas Geld überhatte, dachte Ich mir, Ich gehe mal etwas davonausgeben. Als Ich den Marktplatz durchstreifte, sah Ich ein Zelt, dass Ich nur als das einer Wahrsagerin beschreiben kann. Normalerweise reizt mich so ein Firlefanz nicht, aber irgendwie fühlte Ich mich zu diesem Zelt hingezogen. Als Ich in das Innere trat, kam mir eine ganze Wand an Rauch entgegen, der, so hoffte Ich zumindest, nur aus einer Nebelmaschine kam. Bei dem Regenbogen an Gerüchen, der mir entgegen kam, hätte es aber genauso gut eine brennende Schale an sonstwas sein können.

Die Frau, die im Inneren dieses stickigen Zelts saß, hatte große Augen, oder zumindest ließ ihre Brille die Augen groß wirken. So oder so, sie starrte mich an. "Du, Junge!" sagte sie, "Ich habe dich schon erwartet, meine Kristallkugel zeigt mir schon den ganzen Tag dein Gesicht." Sicher. Die Frau hatte zu viel Harry Potter geschaut, denn auch wenn sie, von der Brille abgesehen, nicht im geringsten wie Professor Trelawney aussah, hätte sie sie problemlos spielen können. Aber gut, das gehört nunmal zur Show dazu. "Sag mir, Leopold, sind es die Tarotkarten, für die du hierher gekommen bist?"

Okay, jetzt machte sie mir etwas Angst. Woher kannte sie meinen Namen? Ich war alleine hier, sie konnte ihn also nicht durch das Zelt hindurch aufgeschnappt haben. Und selbst wenn Ich mit Freunden hier wäre, niemand nannte mich Leopold. "Woher-" weiter kam Ich nicht. Sie hatte mich nicht unterbrochen oder dergleichen, Ich kam nur irgendwie nicht weiter. Auf dem Tisch zwischen uns legte sie die Tarotkarten aus, bevor sie eine Geste machte, die für mich hieß, dass sie fertig war. "Wähle nun drei." sagte sie, und Ich entschied mich für drei Karten.

"Die Neun der Münzen." Hauchte sie schon nahezu, als sie die erste der drei Karten betrachtete, "Eine Wendung in deinem Leben steht bevor, eine Wendung zum Guten." Ich zog eine zweite Karte.
"Die Königin der Stäbe." führte sie fort, "Ein Symbol für Leidenschaft, Selbstbewusstsein, und feminine Barmherzigkeit." Hörte sich so weit nicht schlecht an, aber so waren diese Wahrsager. Sie sagten nichts konkretes. Alles war immer vage, sodass man es auf alles anwenden kann. Ich zog die letzte Karte.
"Die Acht der Schwerter." führte sie fort, "Du hälst irgendetwas zurück. Traue dich, es freizulassen."

Ich hatte ehrlich gesagt keine Ahnung was mir das alles sagen sollte. Wie gesagt, diese Aussagen waren alle absichtlich vage, damit man sie auf so ungefähr alles anwenden kann. Trotzdem dankte Ich ihr für diese angebliche Weisheit, und ging. Es war mir nichteinmal aufgefallen, dass sie keinerlei Bezahlung wollte. Nachdem Ich aus dem Zelt ging, atmete Ich erstmal tief durch. Glücklicherweise ist es hier recht windig, deshalb stank das Zelt nur von Innen. Danach blieb Ich eigentlich nicht lange. Ich schaute mir die Stände an und tat so, als ob mich die Ware interessierte, aber eigentlich war ich nur für eine Bratwurst da, und vielleicht, um mir von diesem einen Stand irgendein kleines Puzzleding zu kaufen.

Als Ich aber über den Markt ging, fühlte Ich ein Kribbeln auf meinem Kopf. Als Ich nach selbigem Griff, fühlte es sich so an, als wenn mein Haar sich verändert hatte. Es war nicht mehr lockig wie sonst. Es war glatt, und auch sehr viel länger. Nein, das musste Ich mir eingebildet haben. Mein Haar war nicht spontan auf Brustlänge gewachsen und geglättet, so funktioniert Haar nicht. Ich ging unbeirrt weiter.

Nachdem Ich auf dem Jahrmarkt meinen Spaß gehabt hatte, ging Ich weiter Richtung zuhause. Aber auf dem Weg, da passierte es wieder. Dieses Mal fing das Kribbeln in meinen Füßen an. Ich blieb stehen. Das Kribbeln wanderte meinen Körper hoch. Ich war aber nicht sicher, was es war, bis es meine Arme erreichte. Ich konnte sehen, wie sich die Haare an meinen Armen einfach in Luft auflösten. Meine Haut fühlte sich auf einmal auch generell viel weicher an. Sogar der Bartflaum in meinem Gesicht war weg. Das musste Einbildung sein.

Als Ich zuhause ankam, waren meine Eltern beide nicht da. Mein Vater arbeitete recht lange, und meine Mutter war wahrscheinlich einkaufen. Im Spiegel im Flur fiel mir allerdings etwas auf. Meine Haare waren wirklich gewachsen. Und meine Haut war wirklich so rein. Auch mein Gesicht sah anders aus, Ich war aber nicht sicher, wieso. Eigentlich hätte Ich das merkwürdig finden müssen, aber es gefiel mir. Dann spürte Ich es wieder. Dieses Kribbeln. Dieses Mal in meiner Kehle. Ich konnte dieses Mal zusehen, wie Ich mich veränderte. Mein Adamsapfel war dieses mal das Ziel. Ich konnte im Spiegel sehen, wie er in meinem Hals nach oben wanderte, bis er nicht mehr zu sehen war. "Was zum-" Ich brachte den Satz nicht zu Ende. Die Stimme die aus meinem Mund kam erschrak mich zu sehr. Es war eindeutig nicht die Stimme eines Jungen. Was auch immer es ausgelöst hatte, Ich war dabei, mich in ein Mädchen zu verwandeln.

Ich ging in mein Zimmer, aber auch das war nicht, wie es sollte. Es hatte sich nicht großartig verändert, aber alles war so ordentlich. Und mein Kleiderschrank? Naja, wenn ein Junge mit so einer Kleidung in die Schule gehen würde... Ich warf mich auf mein Bett und holte mein Handy raus. Während Ich durch Snapchat blätterte, sah Ich dann einen Post von Elias. Eigentlich war er ein Freund von mir, aber als Ich ihn da so sah, hatte ich auf einmal Schmetterlinge im Bauch. Was zur Hölle, Ich bin doch nicht schwul! Aber dann wiederum verwandelte Ich mich gerade in ein Mädchen, in einen Jungen verknallt zu sein war also eigentlich nicht schwul. Aber noch war Ich ein Junge. Noch. Also technisch gesehen war es das irgendwie schon. Egal, Ich konnte mir wann anders den Kopf drüber zerbrechen, was mich das genau macht. 

Als Ich etwas später hörte, wie meine Mutter die Tür aufschloss, schob Ich kurz Panik. Was würde sie sagen, wenn sie sieht, dass sich ihr Sohn gerade in ein Mädchen verwandelt? "Louisa, bist du da?" Es war eindeutig die Stimme meiner Mutter. Was eigentlich keinen Sinn ergab, war die Tatsache, dass sie mich Louisa nannte. Wobei, mein Name war Louisa. Nein, war er nicht, er war- verdammt, jetzt weiß Ich nicht mal mehr meinen Namen? Aber gut, zum Glück steht er ja auf meinem Schülerausweis. Oder zumindest dachte Ich das, aber auch auf dem hieß Ich Louisa. Jetzt wo Ich so darüber nachdenke, meine Mutter hatte mal erwähnt, dass sie mich Louisa genannt hätte, wäre Ich ein Mädchen gewesen. Merkwürdige Erinnerung, Ich bin immerhin ein Mädchen. Moment, nein, bin Ich nicht! Ein Blick in meine Hose bestätigte das.

Der Rest des Abends schien ganz normal auf mich. Naja, bis auf das meine Eltern komplett vergessen zu haben schienen, dass Ich jemals ein Junge gewesen bin und mich jetzt Louisa nannte. Immerhin war Ich strenggenommen weiterhin ein Junge. Zumindest dachte Ich das für einen Moment. Aber dann, kurz vorm Schlafen gehen, da passierte es wieder. Das Kribbeln. Und dieses Mal war es auf den Bereich zwischen meinen Beinen fokussiert. Ich musste nichtmal hinsehen, um zu wissen, was sich dieses Mal verändert hatte.

Als Ich am Tag danach aufwachte, hatte Ich gehofft, dass das ganze nur ein schräger Traum gewesen war. Warum war Ich bitte ein Junge gewesen, der sich langsam in ein Mädchen verwandelt hat? Ich war doch eh schon eins. Nein, Moment, Ich hatte mich doch in eins verwandelt. Vorher war Ich kein Mädchen, da war Ich mir recht sicher. Naja, danach hab Ich mich angezogen. Mir war gerade nicht nach Jeans, und obwohl es Oktober war, war es für einen Rock immernoch warm genug, also hab Ich auch einen getragen.

Ich ging wieder auf den Jahrmarkt, denn es gab nunmal nicht viel zu tun. Als Ich also über den Jahrmarkt schlenderte, kam es mir so vor, als ob etwas fehlte. Natürlich, das Tarotzelt! Da ging es mir auf einmal auf. Was hatte die Frau im Tarotzelt nochmal gesagt? Feminine Barmherzigkeit? Eine Wendung zum Guten, wenn Ich nur etwas in mir freilasse? Naja, also eine Wendung war das schon, und ob es Barmherzigkeit war oder nicht, meine feminine Seite war jetzt definitiv stärker als vorher.

"Hey Louisa." Als Ich die Stimme hörte, da machte mein Herz einen kleinen Hüpfer. Es war Elias. Ich drehte mich zu ihm mit roten Wangen um. "Hey Elias." sagte ich mit einem Lächeln. "Sag mal, hast du an Halloween schon was vor? Meine Eltern sind da weg, also wollte Ich eine Party schmeißen. Wäre echt toll wenn du kommen würdest." Eine Party? Mit meinem Schwarm? Und er lädt mich persönlich ein? Ich hatte keine Pläne an dem Tag, aber dafür hätte ich alles unterhalb einer Herz-OP gekippt. "Sicher, wann geht's los?" "Um 18 Uhr, du weißt ja wo Ich wohne."

An Halloween

Der große Tag war da. Ich hatte mich natürlich verkleidet, immerhin war es eine Halloween-Party. Ich muss schon zugeben, Goth stand mir. Und es gab mir eine Ausrede, etwas Haut zu zeigen. Als er mich sah, wurde er direkt so rot wie Ich. Hatte Ich das Kostüm vielleicht übertrieben? "Hey, du siehst echt Hammer aus." sagte Elias mir. Allem Anschein nach hatte er sich für Frankensteins Monster entschieden. Altmodisch, ja, aber genau sein Stil. "Du siehst auch nicht schlecht aus." sagte Ich ihm. Von da an verbrachten wir den Rest des Abends zusammen. Die Party war ein großer Spaß, auch wenn sie sich gegen Abend immer mehr leerte, bis irgendwann nur noch Ich und Elias da waren. Ich wollte gerade gehen, da hielt er mich nochmal schnell auf. "Louisa, warte!" hörte Ich ihn rufen. "Ich hab noch was für dich."

Er hatte noch was für mich? Was hatte er wohl? "Schließ deine Augen, okay?" Oh mein Gott. Hatte er vor was Ich glaubte? Kaum hatte Ich das gedacht, schon spürte Ich seine Lippen auf meinen. Er hatte mich geküsst! Er mochte mich auch! "Willst du meine Freundin sein?" fragte er mich, nachdem sich unsere Lippen wieder trennten. Ich lächelte von Ohr zu Ohr. "Ja, tausendmal ja!" antwortete Ich ohne nachzudenken. Ich dachte schon, er rafft es nie. Ich küsste ihn jetzt selbst nochmal. "Komm gut nach Hause." Sagte er, "Wir sehen uns." "Naja, also eigentlich denke Ich, Ich kann noch etwas bleiben." antwortete Ich. Basierend auf seinem Lächeln wussten er so gut wie Ich, was Ich damit meinte.


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